Wie sieht das Zuhause eines „unserer“ COS-Kids aus?

 

Ich durfte letztens mit unserer Sozalarbeiterin das Zuhause eines 10-jährigen Burschen, der zum Mittagessen und manchmal zur Hausübungsbetreuung in den COS kommt, kennenlernen.

 

Seine Mutter ist 32 Jahre, schaut allerdings aus wie mindestens 45, und verkauft beim großen Lebensmittelmarkt Feria Libre. Gleich in der Nähe dieses Marktes befindet sich ihr Zuhause, welches aus einem Raum (ca. 16m²) besteht – sie erzählte allerdings, dass sie bis vor einem halben Jahr in einem noch kleineren Raum lebten. In diesem Raum befindet sich ein Kasten, 2 kleine Tische, auf denen Essen und dreckiges Geschirr gestapelt ist, 1 Sessel, 1 Kochstelle und die Gasflasche dazu, 1 Bett (Größe: etwa ein „Jugendbett“, nur kürzer) und Kleidung die auf, durch den Raum gespannten, Leinen ist. Fenster gibt es keine. In diesem Zimmer leben die 3 Buben (10, 5 und 3 Jahre) mit Mama und Papa – welcher allerdings nur 5 Tage des Monats zu Hause verbringt, da er eine Arbeitsstelle in einer anderen Stadt hat. Wenn der Vater daheim ist schlafen die Kinder auf dem Boden, welcher eine Mischung aus Erde und Stein ist.

 

Zu den sich wiederholenden Fragen über das Verhältnis zu ihrem Mann (also ob sie streiten und wo die Kinder sind wenn sie streiten) behauptet die Frau stets „Nein, alles gut wir streiten nie.“. Aber leider ist es sehr offensichtlich gelogen, da sie dabei ständig den Kopf senkt, Blicken ausweicht und sich äußerst unwohl fühlt...

 

Der 5-jährige Bruder passt auf den 3-jährigen auf, während die Mama arbeitet. Die Mutter meint, dabei seien die 2 in diesem Raum, den sie ihr Zuhause nennen, eingesperrt – ich bin mir nicht sicher ob ich das gut (Verkehr und sonstige Gefahren?) oder schlecht (Gasflasche?) finden soll.

 

Die Mutter hat auch mit einem anderen Mann eine 14-jährige Tochter, welche schon seit 2 Jahren mit ihrem um 2 Jahre älteren Freund in einem eigenen Zuhause lebt und ebenfalls am Markt verkauft.

 

Der 10-jährige Bursche, von dem die Mutter das Geburtsdatum nicht weiß, geht in die 2. Klasse (da sind die Kinder normal 6 Jahre) und kann kaum lesen und schreiben. Seine Hausaufgaben muss er in der Nacht machen, wenn die Brüder schlafen, da diese ihm sonst die Stifte stehlen – allerdings hat er keinen Tisch um zu schreiben (welchen die Familie aber hoffentlich bald von unserem Projekt bekommt).

 

Nach diesen Eindrücken ist mir auch mehr als klar wieso der Bub ständig die Aufmerksamkeit sucht und meist hyperaktiv und laut ist und mir wurde wieder um so mehr bewusst, dass ich jedes einzelne Kind mit aller Liebe die ich habe behandeln möchte.

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