CARNAVAL – Fasching auf ecuadorianisch!

Für mich ganz klar: Zu Fasching verkleidet man sich … Tja, wohl nicht in Ecuador. Hier bedeutet Fasching eine 6-tägige Wasserschlacht.
Das kann man sich ca. so vorstellen: Man ist einfach in diesen Tagen weder trocken noch sauber, denn wenn man durch die Straßen geht (oder auch gerade am Arbeiten ist) fliegen Wasserbomben oder Kübel voller Wasser auf dich (manchmal war mir ein Rätsel wo sie herkamen, weil ich keine Menschen entdecken konnte) - mal von der anderen Straßenseite oder aus vorbeifahrenden Autos, aber auch gern von den Häusern herunter. Die, die es richtig machen, nehmen aber lieber einen Schlauch zur Hand. :)
Und ja klar: das Wasser ist eiskalt.


Teilnehmen tun daran alle, die ein bisschen Spaß verstehen (sogar eine der Schwestern bettelte uns an mit ihr Carnaval zu spielen, weil die anderen Nonnen nicht wirklich Freude daran haben).
Der Chef von PACES (da wo ich nachmittags arbeite) soll der Übermotivierteste sein – tja da kommt das Kind zum Vorschein. :)


Einen Nachmittag machten wir zum offiziellen Carnavalspiel im COS (Nachmittagsprojekt). Das lief so ab, dass unsere Räumlichkeiten einem (dreckigen) Schwimmbad glich – eigentlich praktischer Generalputz... Die Burschen und meine Arbeitskollegen verwendeten mich schneller als „Aufwaschfetzen“ als ich schauen konnte und so lang ich schon in der Drecklacke, haha. :D Wir schütteten uns einfach alles über die Köpfe – gern verwenden sie auch, wenn man schon nass ist, mehlähnliche Substanzen → schaut super aus, ganz besonders bei Menschen in Uniform, denn auch diese bleiben nicht verschont ;) ...und genau deshalb freute ich mich richtig bei dem eiskaltem Wasser, da es mich wieder ein Stück sauberer machte.


In diesen Tagen war ich auch mal hinten auf einem Geländewagen unterwegs: Schnell wurde ich auch hier erinnert, dass wir gerade Fasching haben: In den Dörfern warten die Kinder und die Erwachsenen den ganzen Tag über mit Wasserschlauch/bomben am Straßenrand und amüsieren sich prächtig, wenn sie auf die vorbeifahrenden Autos zielen. Manche werden da auch kreativ und stellen sich nicht einfach nur vor die Autos um sie zum Stehen zu bringen, nein sie legen dicke Seile über die Straße. Das lustigste war allerdings, als wir bei einem Lastwagen mit Wassertank + Schlauch vorbeifuhren – da waren wir dann endgültig patschnass. ;)


Klingt vielleicht etwas verrückt – genau das dachte ich mir anfangs auch (vor allem weil sie mir in der Arbeit sagten, dass sie sich letztes Jahr mit Essensrestekübel und Schweineblut beschütteten), aber wenn man sich darauf einlässt und es mit Humor nimmt ist es eigentlich richtig lustig (solang sie Schweineblut weg lassen versteht sich) und bis auf die Wasserverschwendung hab ich mittlerweile nichts mehr daran auszusetzen und find's eigentlich schade, dass es schon vorbei ist und ich Fasching nächstes Jahr in Österreich wohl eher wasserlos und trocken verbringen werde...


Was ich auch noch erwähnen möchte:

  • Es gibt sogar ein eigenes Carnaval-Lied, was sehr eintönig und wahnsinnig nervenaufreibend ist wenn man es 6 Tage lang dauernd hört...
  • Zu diesen Tagen gibt es dutzende Verkaufsstandl, bei denen man Wasserbomben, alle Variationen von Spritzpistolen und einen speziellen weißen Schaumspray erwerben kann. Dieser Spray ist recht angenehm, da er sehr gut riecht und keine Flecken hinterlässt – also einfach nur zum Spaß haben. :)
  • In manchen Städten gibt es auch wiedermal Umzüge (wie zu Weihnachten und zu Hl. 3 König), wo sich verschiedene Gruppen verkleiden – meist in einer ecuadorianischen Tracht oder einem anderen Tanzoutfit mit dem sie einfach durch die Straßen tanzen und die Leute unterhalten.
  • Wie man sieht: Ecuador liebt es zu feiern!

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Kommentare: 1
  • #1

    Sonja (Mittwoch, 12 März 2014 19:57)

    Andere Länder- andere Sitten ;-)

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