Kinderarbeit von einer nicht-europäischen Seite betrachten

Freitags arbeiten wir nachmittags ja immer mit den Kindern in Katechismusgruppen. Dabei helfe ich nur und habe keine eigene Gruppe, da ich die Themen natürlich, aufgrund der Sprache, nicht ausreichend gut besprechen kann (auch wenn ich schon viel gelernt habe, das Vokabular um über die Veränderungen in der Pubertät zu sprechen fehlt dann halt doch noch).

In der Gruppe, mit der ich immer arbeite sind etwa 20 Kinder. Letztens hatten wir als Thema Kinderarbeit. Wie darüber gesprochen wurde, war mehr als nur interessant für mich.

Die Arbeit die unsere Kinder machen, also am Markt Obst und Gemüse verkaufen, wurde überhaupt nicht kritisiert, da die Kids somit ihre Eltern unterstützen und das notwendig ist. Ganz im Gegenteil: Meine Kollegin hat ihnen gesagt, wie gut es ist das sie schon arbeiten, denn wenn sie die Schule abschließen, stehen sie nicht ohne nichts da – sie können bereits arbeiten und haben genug Erfahrung. Als ich darüber nachdachte, fand ich dass sie irgendwie Recht hat: Denn ich im Gegenteil, kann jetzt nach 12 Jahren Schule im Prinzip noch genau gar nichts arbeiten.

Außerdem werden die Kinder dabei nicht gezwungen bestimmte Mengen zu verkaufen (zumindest die Kinder mit denen ich zu tun habe nicht) und halten sich in der sicheren Nähe ihrer Eltern auf.
Es gibt hier auch eine andere Art von Kinderarbeit (meist Kaugummi/Zuckerlverkauf), wo der Verdienst den Kindern nicht zu Gute kommt und Gewalt im Spiel ist.

 

In unserer Gruppe ist genau ein Bub, der nicht arbeitet und auch schöner gekleidet ist wie die anderen (normal, nur eben nicht schmutzig und riss-&lochfrei) und seine Mama und sein Stiefvater besitzen ein Auto. An dem Tag an dem wir über Kinderarbeit sprachen, wurde der Bub richtig fertig gemacht und ausgegrenzt von dem Rest der Gruppe. Sie meinten: „Reicher, Verwöhnter was machst du da?! Du hast ja sowieso keine Ahnung von irgendwas und hast noch nie gearbeitet. Bekommst ja sowieso alles und ein Auto habt ihr auch!“.

 

Als ich den Kindern erzählte, dass es bei uns absolut verboten ist, dass Kinder arbeiten und es das somit in Österreich einfach nicht gibt, schauten mich 20 verblüffte Kindergesichter an.

 

Auf die Frage ob sie gerne arbeiten, war ich allerdings das verblüffte Gesicht – alle (bis auf ein Mädchen, das nur sehr wenig arbeiten muss) arbeiten gerne, weil sie ihren Eltern helfen wollen.

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