Ecuadorianer sind ...

  • …sehr gläubig – aber nur nach außen (Rosenkranz als Halskette, kein Bus ohne ein Bild von Maria oder Jesus, in jedem Markt mindestens ein mit Plastikblumen geschmückter Altar, viele Tattoos mit Jesus/Maria/sonstigem Heiligen..), wirklich nach christlichen Prinzipen leben tun hingegen viel weniger als in Österreich z.B.: existiert quasi keine Treue in Beziehungen
    Auch die Anzahl der „Sektenmitglieder“ ist hoch. Hier werden die Evangelisten als Sekte betrachtet (ist allerdings auch ganz anders wie bei uns).
  •  frühe Väter und Mütter … leider sind hier 14-jährige alleinstehende Mütter kein sonderlich interessantes Bild mehr. à das führt zu sehr schwierigen Familienverhältnissen unter denen die Kinder sehr leiden
    Randbemerkung: will man zusammen leben oder auch nur bei dem Partner übernachten muss man quasi verheiratet sein und somit scheint Ecuadorianern es völlig verrückt, dass wir 2 Österreicherinnen IMMER NOCH unverheiratet und kinderlos sind.
  •  …leidenschaftliche Fastfood- & Fleisch-Esser. Pommes und frittierte Würstel/Bananen gibt’s an jeder Ecke und einen Salatteller ohne Fleisch kennt man hier nicht. Mir werden immer die verwirrtesten Blicke zugeworfen im Bezug auf meine Essensgewohnheiten.
    Randbemerkung: Huhn zählt hier nicht als Fleisch.
  •  …nicht sonderlich Englisch-begabt: Aussprache ist für sie sooo schwierig und somit versteht man sie kaum à sehr viele suchen die Möglichkeit mal nach Amerika zu gehen um es zu lernen
  •  höflich, denn sie grüßen nicht nur mit „Hallo/Guten Tag/etc.“ sondern fügen immer ein „Wie geht’s dir?“ an. Antworten tut man darauf allerdings nicht.
  • …absolut STOLZ auf IHR Land. Das wird ihnen von klein auf durch die Schulbücher in jedem Mathe-/Deutsch-/Naturwissenschaften-/etc. Beispiel in den Kopf gepflanzt (ja der Samen wächst schnell zu einem richtig riesigen Nationalstolz-Baum). Dass kann man ihnen aber keinesfalls übel nehmen denn dieses Land ist auch der pure Wahnsinn.
  •  …sehr aufreizend gekleidet (die Frauen). Stöckelschuhe (auch wenn man arme Gemüseverkäuferin ist und die Schuhe mehr als ungemütlich und schon lange nicht mehr schön sind), durchsichtige/bauch-/rückenfreie Oberteile und Leggins – egal wie viel Kilo man auf den Hüften hat.
    Zu mir sagen die Kids ich hab Männerschuhe an, weil ich Turnschuhe trage.
  • …sind im Großen und Ganzen für mich sehr unlogisch. In jeder Weise: wie sie arbeiten, denken oder vielleicht oft auch eher: nicht denken. Das Amüsante daran ist, dass man sich das leider viel zu schnell angewöhnt (...ihr werdet noch einen Spaß mit mir haben;).
  • verrückt nach Weißen, Blondhaarigen (sprich: braun zählt immer noch als blond!)  und Blauäugigen. Anhupen/Nachpfeiffen/Nachzischen ist das mindeste was man ihnen als Ehre gebühren muss… Sie werden auch manchmal aus der Warteschlange gepickt und dürfen ohne Kontrollen in Lokale (Randbemerkung: kontrolliert wird hier streng & alle Lokale müssen um 2 Uhr morgens schließen, weil danach die Polizei kommt).
    Das ist einer der störendsten Dinge überhaupt, weil die Leute höchstwahrscheinlich, aufgrund einer dieser äußeren Merkmale, generell so lieb zu einem sind und alle Männer nur mehr wollen und Freundschaft unmöglich ist.
  •  …"Dauer-Gesetzesbrecher" – auch die Polizisten halten von Verkehrsregeln nicht sonderlich viel. Gurte gibt‘s selten und werden noch seltener verwendet und betrunkene Autolenker sind leider keine Seltenheit. Wenn ich bei einem Zebrastreifen die Straße queren will und ein Autofahrer hält tatsächlich an, ist das so außergewöhnlich, dass ich es meiner Volontärskollegin völlig erstaunt erzähle.
  •  Wenigverdiener. Das Mindestgehalt wurde durch den jetzigen Präsident Rafael Correa zwar auf 340$ angehoben – für ein Leben in Großfamilie (in den meisten Fällen) reicht das allerdings immer noch schwer… Nur durch die Schulkosten der Kids, das Wohnen & Essen kommt auch hier ganz schön was zusammen.
  • …nicht die realistischsten Planer: es gibt hier unzählige halbfertige Bauten für die dann mitten drin einfach das Geld nicht reichte.
  • leidenschaftliche Tänzer und haben den Rhythmus im Blut.
  • …leider viel zu oft Alkoholiker. Alkohol ist hier eines der schlimmsten Probleme àführt zu viel Gewalt, vor allem in der Familie. Nebenbei: Betrunkene, schlafend auf der Straße zu sichten ist keine Seltenheit und damit umzugehen ist für mich sehr schwierig (man möchte natürlich hin gehen und helfen, allerdings muss man vor allem als junge Weiße enorm auf sich aufpassen).
  • …relativ relaxt. (Man könnte es manchmal auch faul oder langsam nennen…) Stress machen sie sich  generell äußerst selten. Sie sehen alles gelassener, sind spontaner und leben den Moment.
    Zu Fuß gehen wird somit auch eher vermieden. (dadurch, dass ich freiwillig 4km zu Fuß gehe halten sie mich für noch eigenartiger – schließlich bin ich ja schon eine unverheiratete, treue, Turnschuh-tragende Vegetarierin die nicht einmal Huhn isst und gemütliches Gewand bevorzugt...)

 

P.S.: Das waren jetzt viele Generalisierungen – das gilt selbstverständlich nie für alle. Besonders betonen möchte ich, dass das meine Beobachtungen vor allem in Cuenca (doch ganz anders und viel zivilisierter als der landliche Teil Ecuadors) sind.

 

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