So

17

Aug

2014

... y chau ...

Dass das Abschied nehmen von hier schwerer ist als zuvor der Abschied von Österreich wurde mir zwar oft gesagt, aber glauben tu ich‘s erst jetzt… Zum Glück geht das Schritt für Schritt und nicht komplett auf einmal, denn es ist auch so schwer genug.

 

 

  •    Mitte Juni: Abschied unserer kleinen Oratoriumsenglischgruppe
  •    Anfang Juli: Schulschluss; ich sehe die ~200 Englischschüler zum letzten Mal…
  •    Anfang August: vergoss ich so viel Tränen wie noch nie zuvor, da ich mich von meinen COS-Kids („Nachmittagsprojekt“: Straßen/Arbeiterkinder; mit denen ich meine Nachmittage verbrachte und das dreiwöchige ganztägige Ferienprogramm inclusives „Campen“…) verabschiedete und nicht weiß ob ich sie jemals wiedersehe…
  •     Unmittelbar vor der Abfahrt: Padres, Schwestern(Nonnen) und Freunde

 

 

Da mir die Zeit jetzt schon knapp wird bin ich relativ unruhig, leicht gestresst und vor allem schreib- und erzählfaul --> darum hier einfach noch ein paar Fotos. ;)

 

Somit ist das nun mein letzter Eintrag. Danke für euer Interesse! Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in mein freiwillig soziales Jahr in Ecuador bieten. :-)

 

 

 

Liebste Grüße (daweil noch aus Ecuador),

 

Carina

 

 

Schule

Campen

Ferienprogramm

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Do

17

Jul

2014

Kinderaussagen

…die mich und mein Herz zum Lachen und Luftsprünge-machen bringen oder die mir manchmal beinahe das Herz brechen und ich einfach nur weinen könnte…

 

 

  • Vanessa, 9: Ich frage sie ob sie in „Supletorio“* ist. V. fröhlich: „Nein, weil kannst du dich noch erinnern als du mir geholfen hast? Deshalb nicht!“ (Ein Mädl, das am Anfang meines Volontariats kam und dann nicht mehr kommen durfte, weil bei uns im COS zu viel Radau ist und sie dadurch schlechtere Hausübungen hatte … das bedeutet ich half ihr vor über 7 Monaten…)
  • Roberto, 10: „Wo schläfst du? In Österreich??“
  • Jonathan, 11; Silvia, 14; Christopher, 7; …. : mit einem Riesengrinser rufen sie mir von weitem zu:„Carina!! Carina!! Weißt du was???? Ich hab 10 von 10 Punkten bei der Hausübung, bei der du mir geholfen hast!!“
  • Alle: „Wie alt bist du? 30??"
  • Anabel, 12: Ich war 3 Tage nicht im COS, weil ich aufgrund des Geburtstages eines Freundes auf Reisen ging – und natürlich sagte ich den Kids zuvor Bescheid. Als ich wiederkomme läuft sie mir entgegen, umarmt mich und sagt erfreut, erleichtert und gleichzeitig leicht ängstlich: „Caaaaaarina!! Endlich bist du wieder da!! Ich hab mir gedacht du bist schon Heim gefahren…. Ich hab dich schon vermisst!“
  • Alle: „Hast du Kinder?“
  • Jessica&Leonela, 13: „Wann gehst du?“ Ich: „Am 19. August sitz ich schon im Flugzeug… Also 5 Wochen noch…“ J&L verwirrt: „Was?? Schon? Aber wieso?“ Ich: „Naja so wie du deine Familie hier hast hab ich meine in Österreich und die vermisst mich schon ziemlich…“ J&L: „Ja aber wir vermissen dich dann ja auch?!“
  • Alle: „Wann gehst du?“ Fast bevor ich antworten kann: „Und wann kommst du wieder???“ (wenn ich das nur wüsste meine Lieben…)
  • Josselin, 9: „Gibt’s Katzen in Österreich?“ ... „Und Pflanzen?“ ... „Gibt’s dort auch Wasser?“
  • Maite, 7: Sie konnte im Februar noch immer überhaupt nicht lesen – nicht einmal einzelne Buchstaben und wollte so ganz und gar nicht mit mir üben, doch mit ein paar Überredungskünsten übten wir dann doch immer ein bisschen und was ich nicht wusste war, dass sie zu Hause fleißig weiter übte … 2 Monate später läuft sie mir mit einem „Sonnenstrahlen-Grinser“ entgegen „Carina!! Lies mit mir!“. Sie laß. Alles. Problemlos. Mit Freude.
  • Silvia, 14: "Ich will, dass genau SO eine Volontärin wie du danach kommt."
  • Michelle, 7: Begrüßte mich tagtäglich mit: „Hello! My name is Michelle!“ – weil das das erste war was wir ihnen lernten.
  • Anabel, 12: „Geh niiicht!! Du bist immer so gut zu uns…“
  • Schulkinder, 5-10: Die meisten verstanden nicht als ich ihnen erklärte, dass ich nächstes Jahr nicht mehr ihre Englischlehrerin sein kann und verabschiedeten sich mit „Bis bald!“ / „Bis nächstes Jahr Profe!!“ …

 

 

(Eigentlich sprechen sie mich mit „Sie“ an – da dass hier alltäglicher ist, als bei uns. Ich nehm  das aber gar nicht mehr so auf, darum hab ich erst danach bemerkt, dass ich dauernd falsch zitiert hab... egal, macht ja echt keinen Unterschied.. ;)

 

 

 

*Supletorio= wenn man hier eine „Fünf“ im Zeugnis hat geht man nach Schulschluss 1-2 Wochen Supletorio in ihrer Schule. Dort bekommen sie Spezialunterricht in den negativen Fächern und haben dann nochmal eine Prüfung, bei der sie sich vor dem „Sitzen-bleiben“ retten können. (trifft leider viele „unserer“ Kinder)

 

 

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Mo

30

Jun

2014

Schnipp-Schnapp Haare ab ;-)

Ein Eintrag zu eurer Unterhaltung aus unserer Freizeitgestaltung: Weils wirklich schon Zeit war hab ich die Anna überredet mir die Haare zu schneiden (noch schnell vor der Erstkommunion;). Lustig war‘s und wir sind eigentlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis und ich hab eigentlich nicht vor so schnell wieder Geld für einen Friseurbesuch auszugeben. ;D

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So

29

Jun

2014

Erstkommunion

Gestern war ich bei der Erstkommunion unserer COS-Kids: Da gibt’s gar nicht so viel zu sagen, da es ziemlich gleich ist wie bei uns. Davor müssen sie eben 3 Jahre Katechismusunterricht besuchen anstatt unseres kurzen Erstkommunionunterrichts – aber die Messe läuft eigentlich gleich ab und ist ebenfalls sehr feierlich. :-)

Für mich ganz besonders war meine Kids so rausgeputzt zu sehen – das war wirklich sehr schön. :))
Fotos machen wollten wie immer alle mit uns – auch die, die uns nicht kennen. ^^  (passiert auch hin und wieder auf der Straße…).

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Mo

23

Jun

2014

Kulinarik

Es ist nicht nur ein Gerücht, nein es gibt hier tatsächlich 3mal täglich Reis (ja das Frühstück ist auch gern Reis mit Huhn), aber wir essen ihn noch immer gern und verstehen  langsam das Sprichwort „ohne Reis ist es kein Essen“. ;)


Dass man hier nichts zu essen findet ist einfach unmöglich, weil ständig auf den Straßen (auch zwischen den Autos; zwischendurch versuchen diese Verkäufer auch ihr Glück in Bussen) verkauft wird (kleine Fruchtsäcken/becher mit Mango/Wassermelone/Ananas/Kokosnuss, viel Frittiertes wie Empanadas/Pommes mit Würstel/Bananen, Fruchtsäfte, Reis mit Huhn, gebratene Fleischspieße/Bananen, Brot mit Käse (der kein Käse ist, sondern weiß und relativ geschmackslos), heiße Milchgetränke, Eis, Humitas, Tamales, Schaumeis, Scheibtruhen voller Früchte…). Dieses Essen ist gut, billig und bedenkenlos essbar.

 

Brot: Bäckereien gibt es in Cuenca unzählige, allerdings hat im Endeffekt jeder das gleiche: Weißbrotweckerl (mit oder ohne Käse) … denn auch wenn „Vollkorn“ dabei steht ist es alles andere als Vollkorn. Somit gibt es hier weder „gscheits“ Brot noch Brotlaibe (ausschließlich Weckerl).

Torten gibt es natürlich auch – allerdings schmecken sie als würde man reinen Zucker in sich reinlöffeln.

 

 

Spezialitäten:

  • Cuy: = Meerschweinchen, wird in ganz Ecuador gegessen, ist aber besonders berühmt für Cuenca. Meine Volokollegin beschreibt es so: „Wenn's gut zubereitet ist, dann schmeckt es wie Hendl – nur zarter. Wenn's schlecht zubereitet ist schmeckt's wie Fisch (also damals wo ich's versucht hab)...“
  • Humita: süßlich, Hauptbestandteil: Mais
  • Tamal: pikant, Bestandteile: Mais, Ei, Huhn
  • Empanadas: frittierte Teigtasche (Teig aus Kochbananen/Mehl/Yuca) mit Käse/Huhn/Faschiertem mit Gemüse
  • Kochbananen: einfach gekocht schmecken sie sehr lecker, sehr süß, aber man glaubt gar nicht was man sonst noch alles daraus machen kann ...
    • Bólon de queso: Knödel aus Kochbananen mit Käse in der Mitte
    • Patacones: Kochbananen in Scheiben schneiden, zerdrücken, frittieren + ein bisschen Salz → Fertig!
    • Tortilla de plátano: so ca. wie Erdäpfellaibchen, nur halt mit Kochbananen und ein bisschen Käse in der Mitte
    • Kochbanane angebraten und mit Käse gefüllt
    • Chips aus Kochbananen – auch sehr gut :D
  • Tortilla de trigo/maiz: man kann sichs als Brot/Maislaibchen mit Käse vorstellen – schmeckt besser als es klingt ;)
  • Colada de avena: dickflüssiges Milchgetränk mit Haferflocken (gibt’s in verschiedensten Variationen)
  • Softdrinks: wie Cola mit Erdbeer-, Ananas- oder Apfelgeschmack (doch wenn ich ehrlich bin schmeckt man nie was es sein soll sondern einfach nur Chemie), giftfärbig (und für mich schmeckts auch so^^).

 

Im Allgemeinen ernährt sich die Gesellschaft hier recht ungesund, weshalb auch relativ viele übergewichtig sind. Generell frittieren sie gerne oder kochen einfach mit viel Fett und in alle Getränke (Kaffee, die leckeren Fruchtsäfte, Coladas) wird viel zu viel Zucker gegeben.

 

 

Früchte:

 

·        Gibt’s immer! :D (einfach alles – alles was wir kennen und auch sehr viel was ich hier das erste Mal gesehen und genossen habe, wie z.B.: Babaco, Guanabana, Reina de Claudia, Granadilla, Naranjilla, Zapote, Papaya, Cherimoya, viele verschiedene Bananensorten…)

  •  Tomate de Árbol: auf Deutsch „Baumtomate“ --> Hier wird die Farbe „orange“ nicht orange genennt sondern „tomate“, weil diese Frucht einfach viel häufiger ist :-)
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Do

12

Jun

2014

Mein Sonntag im ORATORIUM

Sonntags gibt es hier bei vielen größeren Kirchen das Oratorium. Zu einem dieser, machen sich Anna und ich sonntags um 7 Uhr auf den Weg um Englischunterricht zu geben.

Zu diesen Oratorien kommen Kinder und Jugendliche um ganzjährig am Katechismusunterricht (=Religionsunterricht) teilzunehmen. Hier muss man nämlich vor der Erstkommunion und vor der Firmung jeweils 3 Jahre diesen Katechismusunterricht besuchen um das Sakrament überhaupt erst empfangen zu dürfen. Sie  haben dafür eigene Bücher, Tests und erhalten Hausübungen (also nur „leicht“ anders zu unserem Erstkommunion- /Firmunterricht..;-)

„Unser“ Oratorium („Corazon de Maria“) zählt an die 900 Kids, die in Gruppen von ca. 20 Personen den Unterricht von zwei freiwilligen, (meist) Jugendlichen bekommen (dazu muss man davor auch eine Ausbildung machen).

Da zuerst die Jüngeren Katechismus haben und danach die Älteren, bieten wir als „Freistundenfüllung“  Englischunterricht an … leider hält sich der Andrang in Grenzen – aber eigentlich kein Wunder, in der Schule wird viel von ihnen verlangt und auch im Erstkommunion-/Firmunterricht  müssen sie voll dabei sein. Genau deshalb bemühen wir uns unseren Unterricht so kreativ und lustig wie nur möglich zu gestalten à d.h.: viiiele Spiele, Lieder, Videos, Rätsel usw.

Wir haben somit 2 Gruppen, zu denen jeweils zwischen 1 (ja sogar Privatunterricht gibt’s bei uns;) und 15 Schülern – mit einer Altersspanne von 4-26 Jahren - kommen.

Nach den zweieinhalb Stunden Unterricht gibt es Jause für die Oratorianos (hier unterstützen wir auch meistens mit Geschirr abwaschen). Gleich darauf geht’s weiter mit der Messe, die in einem großen Saal stattfindet und in der viel gesungen wird.

Und das war’s dann auch schon. Wir machen uns auf den Heimweg, essen gemeinsam in der Comunidad (=“Gemeinschaft“) und genießen danach unseren freien Nachmittag. :-)

"Unser" kleines Wunderkind - 5 Jahre und kann bereits auf Englisch: Zahlen, Farben, Tiere und das Lied "Head and Shoulders.."
"Unser" kleines Wunderkind - 5 Jahre und kann bereits auf Englisch: Zahlen, Farben, Tiere und das Lied "Head and Shoulders.."
Diktat bei den Größeren mit leider gravierenden Leistungsunterschieden
Diktat bei den Größeren mit leider gravierenden Leistungsunterschieden

Ein kleiner buntgemischter Jahreseinblick

Unser selbsterfundenes Englisch-Action-Spiel, dass uns allen viel Spaß bereitet hat :))

  • Violette Felder: Action-Karte --> Pantomime/Zeichnen/Erklären (Wert: 1 Feld nach vorne)
  • Blaue Felder: verschiedenstes z.B.: eine "erste Konversation" führen, Wasser in den Mund nehmen und ein Wort aus der Kathegorie Familie versuchen zu sagen, uns ihre Lieblingsfarbe sagen, eine Rechnung lösen und die Nummern auf Englisch sagen, "Head & Shoulders, Knees and Toes" singen, in 15 Sekunden so viel Tiere/Nahrungsmittel aufzählen wie nur möglich ... aber manchmal auch zur Erheiterung Dinge die nichts mit Englisch zu tun haben wie ein kleines Wettrennen, Liegestütz, wer schneller 4 Sessel runterstellt und wieder rauf gibt, ... (Wert: 1-5 Punkte)
  • Gelbe Felder: Mittels Botfahrt, Fallschirmspringen, Rad oder Leiter vorwärts rücken
  • Pinke Felder: 2 zurück
  • Rosa Feld: "Du bist abgestürzt und musst warten bis der nächste kommt und dich wieder raufzieht!"
Arbeitsblatt Oratorium - Lückentext, Satzordnung, dritte Person S
Für all jene die es interessiert einmal eines unserer Arbeitsblätter. Die erste Aufgabe ("The fat mouse") war ein Hörtext.
Orat E Handout_ Lückentext + Satzordnung
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Di

13

Mai

2014

Ecuadorianer sind ...

  • …sehr gläubig – aber nur nach außen (Rosenkranz als Halskette, kein Bus ohne ein Bild von Maria oder Jesus, in jedem Markt mindestens ein mit Plastikblumen geschmückter Altar, viele Tattoos mit Jesus/Maria/sonstigem Heiligen..), wirklich nach christlichen Prinzipen leben tun hingegen viel weniger als in Österreich z.B.: existiert quasi keine Treue in Beziehungen
    Auch die Anzahl der „Sektenmitglieder“ ist hoch. Hier werden die Evangelisten als Sekte betrachtet (ist allerdings auch ganz anders wie bei uns).
  •  frühe Väter und Mütter … leider sind hier 14-jährige alleinstehende Mütter kein sonderlich interessantes Bild mehr. à das führt zu sehr schwierigen Familienverhältnissen unter denen die Kinder sehr leiden
    Randbemerkung: will man zusammen leben oder auch nur bei dem Partner übernachten muss man quasi verheiratet sein und somit scheint Ecuadorianern es völlig verrückt, dass wir 2 Österreicherinnen IMMER NOCH unverheiratet und kinderlos sind.
  •  …leidenschaftliche Fastfood- & Fleisch-Esser. Pommes und frittierte Würstel/Bananen gibt’s an jeder Ecke und einen Salatteller ohne Fleisch kennt man hier nicht. Mir werden immer die verwirrtesten Blicke zugeworfen im Bezug auf meine Essensgewohnheiten.
    Randbemerkung: Huhn zählt hier nicht als Fleisch.
  •  …nicht sonderlich Englisch-begabt: Aussprache ist für sie sooo schwierig und somit versteht man sie kaum à sehr viele suchen die Möglichkeit mal nach Amerika zu gehen um es zu lernen
  •  höflich, denn sie grüßen nicht nur mit „Hallo/Guten Tag/etc.“ sondern fügen immer ein „Wie geht’s dir?“ an. Antworten tut man darauf allerdings nicht.
  • …absolut STOLZ auf IHR Land. Das wird ihnen von klein auf durch die Schulbücher in jedem Mathe-/Deutsch-/Naturwissenschaften-/etc. Beispiel in den Kopf gepflanzt (ja der Samen wächst schnell zu einem richtig riesigen Nationalstolz-Baum). Dass kann man ihnen aber keinesfalls übel nehmen denn dieses Land ist auch der pure Wahnsinn.
  •  …sehr aufreizend gekleidet (die Frauen). Stöckelschuhe (auch wenn man arme Gemüseverkäuferin ist und die Schuhe mehr als ungemütlich und schon lange nicht mehr schön sind), durchsichtige/bauch-/rückenfreie Oberteile und Leggins – egal wie viel Kilo man auf den Hüften hat.
    Zu mir sagen die Kids ich hab Männerschuhe an, weil ich Turnschuhe trage.
  • …sind im Großen und Ganzen für mich sehr unlogisch. In jeder Weise: wie sie arbeiten, denken oder vielleicht oft auch eher: nicht denken. Das Amüsante daran ist, dass man sich das leider viel zu schnell angewöhnt (...ihr werdet noch einen Spaß mit mir haben;).
  • verrückt nach Weißen, Blondhaarigen (sprich: braun zählt immer noch als blond!)  und Blauäugigen. Anhupen/Nachpfeiffen/Nachzischen ist das mindeste was man ihnen als Ehre gebühren muss… Sie werden auch manchmal aus der Warteschlange gepickt und dürfen ohne Kontrollen in Lokale (Randbemerkung: kontrolliert wird hier streng & alle Lokale müssen um 2 Uhr morgens schließen, weil danach die Polizei kommt).
    Das ist einer der störendsten Dinge überhaupt, weil die Leute höchstwahrscheinlich, aufgrund einer dieser äußeren Merkmale, generell so lieb zu einem sind und alle Männer nur mehr wollen und Freundschaft unmöglich ist.
  •  …"Dauer-Gesetzesbrecher" – auch die Polizisten halten von Verkehrsregeln nicht sonderlich viel. Gurte gibt‘s selten und werden noch seltener verwendet und betrunkene Autolenker sind leider keine Seltenheit. Wenn ich bei einem Zebrastreifen die Straße queren will und ein Autofahrer hält tatsächlich an, ist das so außergewöhnlich, dass ich es meiner Volontärskollegin völlig erstaunt erzähle.
  •  Wenigverdiener. Das Mindestgehalt wurde durch den jetzigen Präsident Rafael Correa zwar auf 340$ angehoben – für ein Leben in Großfamilie (in den meisten Fällen) reicht das allerdings immer noch schwer… Nur durch die Schulkosten der Kids, das Wohnen & Essen kommt auch hier ganz schön was zusammen.
  • …nicht die realistischsten Planer: es gibt hier unzählige halbfertige Bauten für die dann mitten drin einfach das Geld nicht reichte.
  • leidenschaftliche Tänzer und haben den Rhythmus im Blut.
  • …leider viel zu oft Alkoholiker. Alkohol ist hier eines der schlimmsten Probleme àführt zu viel Gewalt, vor allem in der Familie. Nebenbei: Betrunkene, schlafend auf der Straße zu sichten ist keine Seltenheit und damit umzugehen ist für mich sehr schwierig (man möchte natürlich hin gehen und helfen, allerdings muss man vor allem als junge Weiße enorm auf sich aufpassen).
  • …relativ relaxt. (Man könnte es manchmal auch faul oder langsam nennen…) Stress machen sie sich  generell äußerst selten. Sie sehen alles gelassener, sind spontaner und leben den Moment.
    Zu Fuß gehen wird somit auch eher vermieden. (dadurch, dass ich freiwillig 4km zu Fuß gehe halten sie mich für noch eigenartiger – schließlich bin ich ja schon eine unverheiratete, treue, Turnschuh-tragende Vegetarierin die nicht einmal Huhn isst und gemütliches Gewand bevorzugt...)

 

P.S.: Das waren jetzt viele Generalisierungen – das gilt selbstverständlich nie für alle. Besonders betonen möchte ich, dass das meine Beobachtungen vor allem in Cuenca (doch ganz anders und viel zivilisierter als der landliche Teil Ecuadors) sind.

 

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Di

29

Apr

2014

Oh, wunderschönes Cuenca :-))

Von so vielen Ecuadorianern hab' ich schon gehört Cuenca sei die schönste Stadt Ecuadors und ich kann ihnen nur voller Überzeugung zustimmen. :D

Die ständig wachsende Stadt, die mittlerweile schon mehr als 450.000 Einwohner zählt, hat ein kleines übersichtliches Zentrum mit zahlreich schönen Gebäuden (vor allem die vielen Balkone mit Blumen sind einfach nett).

Aber viel mehr schätze ich an dieser Stadt die perfekte Mischung aus Stadt und Natur: einerseits bekommt man hier alles und die Busverbindungen (eine Fahrt 25 centavos) sind sehr gut (zusätzlich ist noch jedes fünfte Auto ein selbstverständlich gelbes Taxi) und andererseits gibt es 4 Flüsse – einer von ihnen geht direkt durch das Zentrum und an einem anderen lebe ich. An den Flüssen und in den viele Parks kann man herrlich entspannen, abschalten und die Natur genießen.

Außerdem werden die Flüsse von den ärmeren Einheimischen zum Fischen und Wäsche waschen (sie sind nämlich sehr sauber) genutzt.

Was ich noch so an Cuenca liebe ist, dass man hier ohne Bedenken, dass Leitungswasser trinken kann.

 

Zum Wetter: ganzjähriger April, denn das Wetter macht was es will.

  • 13:02  --> Regen + Kälte
  • 13:03 --> Sonne + Hitze
  • 13:06 --> Sonne + Regen
  • 13:09 --> Schütten in Strömen

Das ist zugegebenerweise schon lästig, aber hat auch seine Vorteile: die Wiese leuchtet immer im herrlichsten Grün und ist nie trocken.

 

Generell behaupten auch alle Cuenca sei die teuerste Stadt Ecuadors – ich hab mittlerweile schon einiges von Ecuador kennengelernt und finde es sei mehr Gerücht als Fakt… Es kommt ganz drauf an wo man hingeht: Es gibt schon sehr edle teure Geschäfte und Lokale (wo ich auch in Österreich nie hingehen würde), aber genau so kann man wahrscheinlich nirgends so preiswert einkaufen wie bei dem Obst-, Gemüse-, Gewand-, Schuhe-, Alles-Markt „Feria Libre“ (also da wo ich nachmittags im Arbeiterkinderprojekt tätig bin).

 


Was auch nicht fehlen darf, wenn man über meinen derzeitigen Wohnort spricht: Die Gesellschaft hier ist sehr gläubig: sehr viele (jung&alt) tragen einen Rosenkranz als Halskette und beinahe alle machen das Kreuzzeichen, sobald sie an einer Kirche vorbei gehen → das heißt wenn man ein bisschen durch Cuenca spaziert können das ganz schön viele Kreuzzeichen werden. Diese Stadt besitzt nämlich 52 Kirchen – man sagt, damit man jede Woche in eine andere gehen kann. ;-) Ganz besonders hervorgehoben gehört hier die wunderschöne Kathedrale, die mich immer wieder aufs Neue begeistert. :D

 

 

 

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So

20

Apr

2014

Ostern – Semana Santa

aufgrund Regen improvisierter Kreuzweg indoor im COS
aufgrund Regen improvisierter Kreuzweg indoor im COS

Die wichtige=heilige Woche („Semana Santa“) beginnt auch hier mit dem Palmsonntag und endet mit dem Karsamstag (Sabado de Gloria).

Am Palmsonntag wurden auch hier kleine Umzüge gemacht – allerdings ohne Esel. Die Leute bringen nicht bestimmte Palmzweige mit, sondern einfach irgendetwas Grünes: egal ob Wiesenblume oder Topfpflanze (ja, die wurden wirklich samt Topf herumgetragen!).

Montag bis Freitag werden jeweils heiliger Mo/Di../Fr genannt – diese Tage sind hier wichtiger als bei uns Ostersonntag und Ostermontag – am Sonntag ist hier schon wieder Alltag eingekehrt und ihm wird keinerlei Bedeutung zugewiesen.

Im Großen und Ganzen gibt es aber nicht so viel Unterschiede zu „unserem“ Ostern: Füßewaschung und (Kinder)Kreuzweg gibt’s auch hier (wir machten im COS einen kleinen, aber feinen Kinderkreuzweg).

Was hier allerdings „fehlt“ (mir zumindestens..): Weihfeuertragen, Osterfeuer, Fleischweihe und Osternestal mit farbenfrohen Eiern und leckeren Schokohasen suchen.
Das typischste hier für die Karwoche ist die reichhaltige Suppe: „Fanesca“ (besteht aus: Fisch, Bohnen, Reis, Choclo = eine spezielle Maisart, Eier, Milch, Käse, Zwiebel, Knoblauch, 2 verschiedenen Kürbissorten, Tomate Erdnuss, Butter/Öl, Bohnenschoten und noch so einigem.. ). Wie man sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen kann soll es lecker und „relativ“ ausgiebig sein. ;-)

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So

20

Apr

2014

Seh ich falsch oder bewegt sich der Rucksack wirklich??

Einmal im COS kam eines unserer größeren Mädels (12) ganz heimlich zu mir geschlichen und meinte sie müsste mit mir reden… sie habe etwas in ihrem Rucksack… Ich dachte nur: BITTE kein Tier… als sie langsam ihre Schultasche öffnete schaute mir allerdings ein süßes Babyhündchen unschuldig mit großen Augen neugierig entgegen… Auweh, was mach ma denn jetzt?

„Bittebittebitte sags nicht der Lolita („Chefin“ des COS)!! Die wird sooo zornig werden.“
Das Mädchen nach Hause schicken war nicht möglich, da sie den Nachmittag da bleiben musste und wär es nach ihr gegangen hätten wir den Hund (den sie angeblich vor ihrer Schule allein vorgefunden hat und einfach mitnehmen musste, was ich ihr bei so einem treuherzigen Blick wirklich nicht übel nehmen konnte..) einfach die nächsten 4 Stunden im Rucksack neben ihren Schulsachen eingesperrt gelassen – als ich ihr erklärte, dass sich die Lehrerin aber bestimmt nicht über urindurchnässte Hefte freut zeigte sie langsam aber doch Einsicht.
Schlussendlich fand ich ein geschütztes Plätzchen mit viel Bewegungsfreiraum für den Kleinen, wo ich den hungernden, sehr durstigen Patienten gut versorgen konnte (Streicheleinheiten inkludiert). Als ich Lolita um Erlaubnis bat, war die so ganz und gar nicht böse sondern lachte einfach herzlich über die etwas außergewöhnliche Geschichte.
:-))

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Mi

09

Apr

2014

COS-Fotos

Da mich vor kurzem mein Cousin besuchte, gibt's wiedermal Eindrücke von meinem Arbeitsalltag (kann man es Alltag nennen, wenn mich jeden Tag irgendwas/wer überrascht?). Ich selbst hab sonst leider so gut wie nie die Zeit Fotos zu machen.

Kleine Fotoerklärung:

  • Mittagsessenstress
  • die 2 Fotos im großen Sesselkreis wurden zur "Jausenzeit" gemacht
  • Hausübungsbetreuung - hier die Fotos hauptsächlich mit "unseren Kleinen"

 

P.S.: Falls ihr euch fragt wieso der Kleine im blauen T-Shirt mit dem unglaublich süßem Grinser im Gesicht so nass ist - hier ist es einfach ganzjährig unvorstellbar lustig sich ständig nass zu machen. ;)

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Fr

04

Apr

2014

Leben in Ecuador vs. Leben in Österreich

Was ich an meinem Leben in Ecuador LIEBE:

  • leben ohne Terminkalender und meistens ohne Stress
  • alle gehen alles mit Ruhe an – lockerer einfach - und die Zeit mit dem Menschen verbringen ist stets wichtiger als rechtzeitig zu einem Termin zu kommen

  • ein Jahr einen komplett anderen Alltag leben

  • die vielenvielen FRÜCHTE :D (von vielen höre ich hier zum ersten Mal: Babaco, Tomate de arbol, verschiedenste Mangosorten, Mandarinen die wie Orangen aussehen, eine interessante Himbeer-Brombeer Mischung, Granadilla, Guanabana, und viele, viele mehr) + die wahnsinnig guten Fruchtsäfte
    ganzjährig ecuadorianisches Gemüse :) (Yuca, annähernd vergleichbar mit Kartoffeln find' ich besonders lecker;)

  • einige ecuadorianische Schmankerl wie Colada, Humitas, Tortillas, Patacones, Bolones, Empanadas (werd ich euch hoffentlich alles noch in einem anderen Eintrag erklären)
    mein megahartes Bett, in dem ich göttlichst schlafe

  • die KIDS <3 und ihre Blicke (unmöglich kann man ihnen böse sein)

  • Dauerfrühling

  • ich kann Deutsch reden und keiner verstehts, hihi :D

  • so viel neue komplett verschiedene Leute kennenlernen

  • jeden Tag passiert was unerwartetes bzw. amüsantes

  • Cuenca (vorallem der Fluss der mitten durch die Stadt geht)

  • sooo tollen Schmuck und buntes Alpaka/Baumwollgewand handgemacht in Ecuador :D

  • die Möglichkeit, das wunderschöne, faszinierende Land Ecuador und seine interessante Gesellschaft kennenzulernen

  • Spontanität

  • wenn die Kids mich mit offenen Armen begrüßen und mir begeistert „hola sucaaaaaaaaaa!“ zurufen :D

Was ich hier VERMISSE:

  • richtiges Vollkornbrot mit Kernen, Karotten, Nüssen oder ähnlichem!!
  • meine Familie und meine Freunde, denen ich blind vertrauen kann – da weiß ich sie mögen mich nicht nur deshalb weil ich eine „reiche Weiße mit blauen Augen“ bin

  • Mamas Küche

  • mein eigenes freundliches Zimmer

  • das Knistern des Holzherdes und das warme Haus

  • das Schnurren meiner lieben Katze Flitzi

  • meine Freiheit (ja, die ist definitiv eingeschränkt, wenn man mit Schwestern/Priestern zusammenlebt)

  • die Minis und meine Jungschargruppe!

  • Tanzen (sie tanzen hier zwar sehr viel, aber zum "fortgehen" kommen wir nicht wirklich)

  • Stille (in Cuenca gibt es das nicht wirklich – in der Nacht hören wir ständig Alarmanlagen der Autos und unseren Hundenachbarschor, bei dem auch unser Hund Bobby ein unentbehrliches Mitglied ist)

  • Gurte beim Autofahren

  • Probleme direkt ansprechen, ohne dass sich jemand persönlich angegriffen fühlt

  • Hartbergs lebendige, freudige Kirche(ngemeinschaft)

    Pünktlichkeit und Verlässlichkeit

    vorausplanen und informiert sein
    LOGIK (die findet man hier nicht so oft..)

  • Umweltbewusstsein: Mülltrennung, Papier/Stoffsackerl anstatt einem Plastiksackerl nach dem anderen, nicht so viel Müll einfach überall (wird einfach aus Busfenstern geworfen), nicht so viel Moosgummi verwenden

  • komplett saubere Wäsche (gelingt mir nicht immer so beim „mit-der-Hand“-Waschen..)

  • durch die Stadt spazieren ohne, dass mir dutzende Männer irgendwas wie „hallo hübsche/fesche/Prinzessin/Weiße/Königin/wertvolle (oder einmal auch „hallo milch!“;) oder ähnliches nachrufen

  • richtig gute Schokolade und leckere selbstgemachte Mehlspeise

  • abwechslungsreiche Musik im Radio (hier gibt es so ca. 7 verschiedene Lieder und VIIIEL Werbung)

  • immer flohfrei zu sein

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Fr

14

Mär

2014

Etwas ungewöhnliche Kindererzählungen

Ich möchte euch einen kleinen Ausschnitt vom Plaudern mit den Kindern erzählen. Ich sprach mit der 9-jährigen Vernanda und ihrer gleichaltrigen Cousine (M=Mädels).

 

C: „Eure Familien leben gemeinsam?“
M: „Ja genau und mit noch 2 anderen Familien.“

C: „Und wie viel seid ihr da insgesamt?“
Vernanda überlegt … „Also mit Mama und Papa 9 und mit meinem verstorbenen Bruder 10.“

C: „Oh, dein Bruder ist schon gestorben? Wann denn?“

M: „2011 – also vor 3 Jahren.“ [Sie waren damals also 6 Jahre]
C: „Und wie?“
Vernanda erzählt komplett nüchtern, so als würde sie über die alltäglichste Sache der Welt sprechen: „Ja also er hatte eine Freundin und wusste aber nicht dass die noch einen anderen Freund hat [Treue existiert hier quasi nicht]. Beim Fortgehen sind sie dann auf ihren anderen Freund getroffen und der hat ihm dann ein Messer – also so ein gaaaanz großes, mit dem man normal Schweine tötet – ins Herz gestochen. Ja und so ist er dann gleich gestorben.“

 

Im weiteren Gespräch hab ich dann noch erfahren, dass sie mit 31 anderen Personen in diesem Haus leben.

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Fr

14

Mär

2014

Kinderarbeit von einer nicht-europäischen Seite betrachten

Freitags arbeiten wir nachmittags ja immer mit den Kindern in Katechismusgruppen. Dabei helfe ich nur und habe keine eigene Gruppe, da ich die Themen natürlich, aufgrund der Sprache, nicht ausreichend gut besprechen kann (auch wenn ich schon viel gelernt habe, das Vokabular um über die Veränderungen in der Pubertät zu sprechen fehlt dann halt doch noch).

In der Gruppe, mit der ich immer arbeite sind etwa 20 Kinder. Letztens hatten wir als Thema Kinderarbeit. Wie darüber gesprochen wurde, war mehr als nur interessant für mich.

Die Arbeit die unsere Kinder machen, also am Markt Obst und Gemüse verkaufen, wurde überhaupt nicht kritisiert, da die Kids somit ihre Eltern unterstützen und das notwendig ist. Ganz im Gegenteil: Meine Kollegin hat ihnen gesagt, wie gut es ist das sie schon arbeiten, denn wenn sie die Schule abschließen, stehen sie nicht ohne nichts da – sie können bereits arbeiten und haben genug Erfahrung. Als ich darüber nachdachte, fand ich dass sie irgendwie Recht hat: Denn ich im Gegenteil, kann jetzt nach 12 Jahren Schule im Prinzip noch genau gar nichts arbeiten.

Außerdem werden die Kinder dabei nicht gezwungen bestimmte Mengen zu verkaufen (zumindest die Kinder mit denen ich zu tun habe nicht) und halten sich in der sicheren Nähe ihrer Eltern auf.
Es gibt hier auch eine andere Art von Kinderarbeit (meist Kaugummi/Zuckerlverkauf), wo der Verdienst den Kindern nicht zu Gute kommt und Gewalt im Spiel ist.

 

In unserer Gruppe ist genau ein Bub, der nicht arbeitet und auch schöner gekleidet ist wie die anderen (normal, nur eben nicht schmutzig und riss-&lochfrei) und seine Mama und sein Stiefvater besitzen ein Auto. An dem Tag an dem wir über Kinderarbeit sprachen, wurde der Bub richtig fertig gemacht und ausgegrenzt von dem Rest der Gruppe. Sie meinten: „Reicher, Verwöhnter was machst du da?! Du hast ja sowieso keine Ahnung von irgendwas und hast noch nie gearbeitet. Bekommst ja sowieso alles und ein Auto habt ihr auch!“.

 

Als ich den Kindern erzählte, dass es bei uns absolut verboten ist, dass Kinder arbeiten und es das somit in Österreich einfach nicht gibt, schauten mich 20 verblüffte Kindergesichter an.

 

Auf die Frage ob sie gerne arbeiten, war ich allerdings das verblüffte Gesicht – alle (bis auf ein Mädchen, das nur sehr wenig arbeiten muss) arbeiten gerne, weil sie ihren Eltern helfen wollen.

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Fr

07

Mär

2014

CARNAVAL – Fasching auf ecuadorianisch!

Für mich ganz klar: Zu Fasching verkleidet man sich … Tja, wohl nicht in Ecuador. Hier bedeutet Fasching eine 6-tägige Wasserschlacht.
Das kann man sich ca. so vorstellen: Man ist einfach in diesen Tagen weder trocken noch sauber, denn wenn man durch die Straßen geht (oder auch gerade am Arbeiten ist) fliegen Wasserbomben oder Kübel voller Wasser auf dich (manchmal war mir ein Rätsel wo sie herkamen, weil ich keine Menschen entdecken konnte) - mal von der anderen Straßenseite oder aus vorbeifahrenden Autos, aber auch gern von den Häusern herunter. Die, die es richtig machen, nehmen aber lieber einen Schlauch zur Hand. :)
Und ja klar: das Wasser ist eiskalt.


Teilnehmen tun daran alle, die ein bisschen Spaß verstehen (sogar eine der Schwestern bettelte uns an mit ihr Carnaval zu spielen, weil die anderen Nonnen nicht wirklich Freude daran haben).
Der Chef von PACES (da wo ich nachmittags arbeite) soll der Übermotivierteste sein – tja da kommt das Kind zum Vorschein. :)


Einen Nachmittag machten wir zum offiziellen Carnavalspiel im COS (Nachmittagsprojekt). Das lief so ab, dass unsere Räumlichkeiten einem (dreckigen) Schwimmbad glich – eigentlich praktischer Generalputz... Die Burschen und meine Arbeitskollegen verwendeten mich schneller als „Aufwaschfetzen“ als ich schauen konnte und so lang ich schon in der Drecklacke, haha. :D Wir schütteten uns einfach alles über die Köpfe – gern verwenden sie auch, wenn man schon nass ist, mehlähnliche Substanzen → schaut super aus, ganz besonders bei Menschen in Uniform, denn auch diese bleiben nicht verschont ;) ...und genau deshalb freute ich mich richtig bei dem eiskaltem Wasser, da es mich wieder ein Stück sauberer machte.


In diesen Tagen war ich auch mal hinten auf einem Geländewagen unterwegs: Schnell wurde ich auch hier erinnert, dass wir gerade Fasching haben: In den Dörfern warten die Kinder und die Erwachsenen den ganzen Tag über mit Wasserschlauch/bomben am Straßenrand und amüsieren sich prächtig, wenn sie auf die vorbeifahrenden Autos zielen. Manche werden da auch kreativ und stellen sich nicht einfach nur vor die Autos um sie zum Stehen zu bringen, nein sie legen dicke Seile über die Straße. Das lustigste war allerdings, als wir bei einem Lastwagen mit Wassertank + Schlauch vorbeifuhren – da waren wir dann endgültig patschnass. ;)


Klingt vielleicht etwas verrückt – genau das dachte ich mir anfangs auch (vor allem weil sie mir in der Arbeit sagten, dass sie sich letztes Jahr mit Essensrestekübel und Schweineblut beschütteten), aber wenn man sich darauf einlässt und es mit Humor nimmt ist es eigentlich richtig lustig (solang sie Schweineblut weg lassen versteht sich) und bis auf die Wasserverschwendung hab ich mittlerweile nichts mehr daran auszusetzen und find's eigentlich schade, dass es schon vorbei ist und ich Fasching nächstes Jahr in Österreich wohl eher wasserlos und trocken verbringen werde...


Was ich auch noch erwähnen möchte:

  • Es gibt sogar ein eigenes Carnaval-Lied, was sehr eintönig und wahnsinnig nervenaufreibend ist wenn man es 6 Tage lang dauernd hört...
  • Zu diesen Tagen gibt es dutzende Verkaufsstandl, bei denen man Wasserbomben, alle Variationen von Spritzpistolen und einen speziellen weißen Schaumspray erwerben kann. Dieser Spray ist recht angenehm, da er sehr gut riecht und keine Flecken hinterlässt – also einfach nur zum Spaß haben. :)
  • In manchen Städten gibt es auch wiedermal Umzüge (wie zu Weihnachten und zu Hl. 3 König), wo sich verschiedene Gruppen verkleiden – meist in einer ecuadorianischen Tracht oder einem anderen Tanzoutfit mit dem sie einfach durch die Straßen tanzen und die Leute unterhalten.
  • Wie man sieht: Ecuador liebt es zu feiern!
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Mi

26

Feb

2014

Halbzeit?! :O

mein täglicher Ausmalkalender zeigt wie die Zeit vergeht ;)
mein täglicher Ausmalkalender zeigt wie die Zeit vergeht ;)
Edmundo, ich, Flo, Benni, Anna, Rogger beim Voloausflug
Edmundo, ich, Flo, Benni, Anna, Rogger beim Voloausflug

Ich kann es selbst wohl am wenigsten glauben, dass ich nun tatsächlich schon 6 Monate (182
Tage!) hier in Cuenca lebe und es mein Zuhause nenne. Wenn ich ehrlich bin denk ich mir schon manchmal: „ma so lang noch bis ich meine Lieben wieder um mich hab...“, aber diese Momente vergehen genau so schnell, wie die Zeit hier generell. :-) Und so weiß ich bis jetzt eigentlich noch immer nicht was „Heimweh“ bedeutet.
Zur Halbzeit haben uns auch alle unsere Volokollegen verlassen, da ihr „Volojahr“ schon zu Ende ging. Tränenreich war der Abschied für viele: für die Volontäre, die gehen und die die bleiben (also: Anna und mich), für die Kids und für so einige andere Leute.
Wir hatten auch einen Abschlussausflug in den Nationalpark Cajas, wo wir (ok, alle außer ich) mit äußerst interessanter Angel erfolgreich Forelle fischen gingen. Ich fand's einfach fairer den Fischen das Futter ohne Haken zu geben. :-P
Anna und ich sind nun die einzigen Volontäre in den beiden COS, in denen wir arbeiten. Denn von Österreich kommt nach „unseren Burschen“ keiner mehr nach und wir hörten auch schon öfters, dass es an nationalen Volontären sehr mangelt... Dies hieße für uns doppelte Arbeit oder besser gesagt: viel Putzen und in der Küche helfen, anstatt mit den Kindern zu arbeiten. Aber wir erhielten zum Glück einen neuen Arbeitskollegen – eine Putzkraft, was bedeutet dass ich in Zukunft mehr Zeit mit den Kids verbringen kann, was mich natürlich unglaublich freut! :))

P.S.: zum 6. Foto: Statuen und Bilder von Jesus/Marien/sonstige Heilige duerfen hier nie fehlen!

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Di

25

Feb

2014

Wahlen in Ecuador

Dieses Wochenende fanden die Wahlen statt für die schon seit einem Monat extreeeemst
geworben wird. Also Wahlkampf läuft in Österreich dagegen ruhig ab. Hier war alles voller Poster und viele Autos beklebt mit Wahlwerbung fuhren durch die Gegend – Leute hielten Fähnchen aus dem Fenster und Lautsprecher ließen Wahlwerbungslieder ertönen.

Auch in "unseren" COS'es wurde Werbung gemacht – einfach überall.

"Unsere" Schule war ein Wahllokal, weshalb wir 2 Tage lauter Soldaten zuhause hatten.
Ich konnte leider keinen kompletten Durchblick finden und kenn' mich nicht perfekt aus, aber ich hab mitbekommen, dass die Wahlen schon etwas korrupt ablaufen...:

  • Jeder muss wählen, da man sonst ein wichtiges Dokument, dass man zum reisen, heiraten, sich scheiden lassen, etc. braucht, nicht bekommt und dann später viel dafür bezahlen muss (bis zu 80 Dollar). (Für Cuencaner die in Quito leben heißt das, dass sie für die Wahl in die Heimatstadt reisen müssen, was Zeitaufwand und Kosten bedeutet.)
  • Gewählt wird mit speziellen Computern (nur in den Provinzen Azuay und Santo Domingo, da in diese 2 Porvinzen letztes Mal wer anderer gewan...), die alle Daten speichern und verarbeiten.
  • Die ungültigen Stimmen werden automatisch dem Gewinner zugerechnet. (→ Somit wird der unzufriedene Teil der Bevölkerung unterdrückt.)
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Fr

21

Feb

2014

Krank..

Ja jetzt verbrachte ich 4 Tage ausschließlich im Bett, da ich als ich aufwachte plötzlich 38.5° Fieber hatte, aber ohne Schnupfen/Halsweh oder sonstige Beschwerden. Das fiebersenkende Mittel half nur kurzfristig (manchmal stieg die Temperatur sogar noch zusätzlich) und das Fieber wollte einfach nicht weniger werden. Schlussendlich ist es dann von ganz allein verschwunden.
Weil das irgendwie alles ganz anders war wie wenns mich normal erwischt, glaub ich, dass der
Temperaturanstieg von dem Spinnenbiss ausgelöst wurde, der an meinem Knöchel enorm
anschwoll und schmerzhaft war.
Wieso ich glaube, dass es eine Spinne war? Als ich das letzte Mal Bettwäsche wechselte krabbelten mir 3 nicht all zu kleine Spinnentierchen entgegen.
Naja alles halb so schlimm – mir geht’s ja wieder gut! :-)

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Sa

15

Feb

2014

COS-Fotos mit den Kids :))

Park

die kleinen Parkausflüge genieß ich besonders: endlich anständig Zeit haben um mit den Kids zu spielen und zu blödeln :)

im COS: Freundschaftsbänder knüpfen, Jausenzeit, Tanzen, .. :)

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Di

14

Jan

2014

Wie sieht das Zuhause eines „unserer“ COS-Kids aus?

 

Ich durfte letztens mit unserer Sozalarbeiterin das Zuhause eines 10-jährigen Burschen, der zum Mittagessen und manchmal zur Hausübungsbetreuung in den COS kommt, kennenlernen.

 

Seine Mutter ist 32 Jahre, schaut allerdings aus wie mindestens 45, und verkauft beim großen Lebensmittelmarkt Feria Libre. Gleich in der Nähe dieses Marktes befindet sich ihr Zuhause, welches aus einem Raum (ca. 16m²) besteht – sie erzählte allerdings, dass sie bis vor einem halben Jahr in einem noch kleineren Raum lebten. In diesem Raum befindet sich ein Kasten, 2 kleine Tische, auf denen Essen und dreckiges Geschirr gestapelt ist, 1 Sessel, 1 Kochstelle und die Gasflasche dazu, 1 Bett (Größe: etwa ein „Jugendbett“, nur kürzer) und Kleidung die auf, durch den Raum gespannten, Leinen ist. Fenster gibt es keine. In diesem Zimmer leben die 3 Buben (10, 5 und 3 Jahre) mit Mama und Papa – welcher allerdings nur 5 Tage des Monats zu Hause verbringt, da er eine Arbeitsstelle in einer anderen Stadt hat. Wenn der Vater daheim ist schlafen die Kinder auf dem Boden, welcher eine Mischung aus Erde und Stein ist.

 

Zu den sich wiederholenden Fragen über das Verhältnis zu ihrem Mann (also ob sie streiten und wo die Kinder sind wenn sie streiten) behauptet die Frau stets „Nein, alles gut wir streiten nie.“. Aber leider ist es sehr offensichtlich gelogen, da sie dabei ständig den Kopf senkt, Blicken ausweicht und sich äußerst unwohl fühlt...

 

Der 5-jährige Bruder passt auf den 3-jährigen auf, während die Mama arbeitet. Die Mutter meint, dabei seien die 2 in diesem Raum, den sie ihr Zuhause nennen, eingesperrt – ich bin mir nicht sicher ob ich das gut (Verkehr und sonstige Gefahren?) oder schlecht (Gasflasche?) finden soll.

 

Die Mutter hat auch mit einem anderen Mann eine 14-jährige Tochter, welche schon seit 2 Jahren mit ihrem um 2 Jahre älteren Freund in einem eigenen Zuhause lebt und ebenfalls am Markt verkauft.

 

Der 10-jährige Bursche, von dem die Mutter das Geburtsdatum nicht weiß, geht in die 2. Klasse (da sind die Kinder normal 6 Jahre) und kann kaum lesen und schreiben. Seine Hausaufgaben muss er in der Nacht machen, wenn die Brüder schlafen, da diese ihm sonst die Stifte stehlen – allerdings hat er keinen Tisch um zu schreiben (welchen die Familie aber hoffentlich bald von unserem Projekt bekommt).

 

Nach diesen Eindrücken ist mir auch mehr als klar wieso der Bub ständig die Aufmerksamkeit sucht und meist hyperaktiv und laut ist und mir wurde wieder um so mehr bewusst, dass ich jedes einzelne Kind mit aller Liebe die ich habe behandeln möchte.

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Di

14

Jan

2014

Hl. Drei König – Verrücktheit in Cuenca

Anna und ich fescher denn je ;)
Anna und ich fescher denn je ;)

 

Sternsingen gab's leider keines, dafür direkt vor unserem Zuhause einen RIESEN-Faschingshalloweenumzug, wo beinahe kein Cuencaner fehlte. Jaja ich mein schon Faschingshalloween- und nicht Königsumzug, da man sich hier einfach verrückt verkleidet und ich alles (Frankenstein, Hexen, Pommes, Gorillas, Piraten, Katzen, Zeichentrickfiguren, …) nur keinen König entdeckte.

 

Die aktiven Teilnehmer (großteils Universitäten, Firmen und Schulen) dieses Umzuges bereiteten in Gruppen überdimensionale Verrücktheiten mit manchmal gesellschaftskritischem Hintergrund vor. z.B.: Riesenhendel, welches auf die ungesunde, fettige Ernährung hinweisen soll – hier spielten auch die Pommes mit ;) - oder schlafender Mann, welcher die Faulheit der Regierung präsentiert

 

Als ich nach dem Sinn dieser Veranstaltung (welche es so extrem nur in Cuenca gibt) und dem Zusammenhang mit den heiligen 3 Königen fragte, bekam ich zur Antwort: „Das weiß keiner. Einfach Tradition.“ … Cuencaner-Logik halt haha :)

 

War auf alle Fälle ein interessantes und lustiges Spektakel. :D

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Di

14

Jan

2014

Silvester in Ecuador

 

  • Zu Silvester verbrennen sie hier (selbstgemachte oder gekaufte) Puppen, welche eine Person aus der Familie darstellt – manchmal sind das auch Verstorbene. Wieso man das macht? Tja, soll angeblich Glück bringen.. Die Ecuadorianer begeistert diese Umweltverschmutzung eindeutig mehr als mich und sie veranstalten sogar zahlreiche Bewerbe, wer denn die schönste/lustigste Puppe gebastelt hat.

  • Außerdem schreiben sie alles „schlechte“ was passiert ist bzw. sie gemacht haben auf einen Zettel, den sie um Mitternacht verbrennen, damit es nächstes Jahr nicht nochmal vorkommt. Als ich das machte und mir nach langem Überlegen noch immer nicht wirklich was einfiel, wurde mir so richtig klar, dass ich ein echt schönes Jahr 2013 erleben durfte. ;)

  • Feuerwerke dürfen natürlich auch hier nicht fehlen.

  • Mir wurde auch erzählt, dass einige gelbe Unterwäsche tragen und zu Mitternacht 12 Weintrauben essen – auch diese Verrücktheiten sind des Glückes Willen. :)

 

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Fr

27

Dez

2013

Weihnachtsstimmung bei 30°, Sonnenschein und Faschingskostümen? Wohl eher nicht...

 

Tut mir Leid, dass ich so lang nichts berichtet hab, aber obwohl ich aufgrund der sommerlichen Verhältnisse nie in Weihnachtsstimmung kam, hatte ich doch den wohlbekannten Weihnachtsstress – und den im entspannten Ecuador sogar noch mehr als im stressigen Europa. Es gab einfach viele Sonderevents in der Schule, in der Comunidad (Schwesternhaus) und im COS (Nachmittagsprojekt). Von ein paar möchte ich euch erzählen:

 

  • Novena: Bei einer Novena wird je nach Publikum gesungen, gebetet, Texte/Lesungen gelesen, Fürbitten ausgesprochen und über moralische/christliche Fragen philosophiert (wie z.B.: dass man Gott nicht nur bitten sollte, sondern dass Danke sagen genau so wichtig ist etc.). Im Großen und Ganzen ist es vergleichbar mit Herbergsuchen (mit ähnlichem Lied wie „wer klopfet an ...“) – nur ist das hier so wichtig, dass es in unsere Schule täglich eine gab vor dem Unterricht, Nachmittags wurde im COS nach dem Mittagessen mit allen Kindern um die Krippe versammelt Novena gehalten (einmal gingen wir auch zu dem Haus eines Kindes und feierten vor dem Haus – war aber auf Dauer zu zeitaufwendig) und Abends trafen sich die Katechisten/Jugendgruppenleiter (also die, die Sonntags bei uns im Oratorium sind) jeden Tag in einem anderen Zuhause von einem der Mitglieder – diese haben mir besonders gefallen: sie waren lebendig, freudig und ja einfach schön.

  • Paso de los ninos: Hier verkleiden sich die Kids und dann wird durch die Straßen spaziert. Diesen („Faschings“)-Umzug gab es in Großformat (so groß und berühmt, dass es auch im Fernsehen übertragen wurde) in der Stadt am 24.12 mit viel Schmuck, Pferden (die Käfige mit Tieren wie Hasen oder Hühnern trugen – bei der Hitze lebten aber leider nicht mehr alle der eingesperrten leidenden Tiere) und unzähligen in Stoff eingehüllten Autos.
    Wir machten das auch gemeinsam mit allen 4 COS und feierten danach eine feierliche Messe, es gab ein paar kleine Tanzeinlagen von Mitarbeitern/Kindern und zum Abschluss erhielten alle Kinder ein Süßigkeitensackerl, ein Spielzeug (Puppe, Fußball oder Kuscheltier) und Pan de Pascua (übersetzt:
    Osterbrot – das ist süßes Weißbrot mit Trockenfrüchten; anfangs fand ich es noch gut, aber zu Weihnachten wird das so im Übermaß gegessen, dass ich froh bin wenn ich mich davor drücken kann;) - finanziert wurde das von Spenden aus Spanien und PACES selbst.
    Im Miniformat (10min) mit den Wenigen die verkleidet zum Oratorium kamen, gab es diesen Paso de los ninos auch letzten Sonntag.
    Mehr Sinn als Tradition steckt glaub ich nicht hinter diesem Umzug, denn die Kinder sind nicht nur als Hirten, Maria, Josef, Hl. 3 Könige und Engel verkleidet – die Mehrheit ist Cholo, Cholita, … = das sind Bevölkerungsgruppen mit besonderer Tracht (wie bei uns z.B.: Dirndl & Lederhose), was für mich absolut keinen Zusammenhang mit Weihnachten hat, aber naja nett hat's ausgeschaut. ;)

  • Charityevent in unserer Schule: Einige Mädchen aus unserer Schule erhielten den Namen und das Alter eines armen Kindes des Landes, um es zu beschenken. Und so fuhren wir mit den zwei sechsten Klassen am letzten Schultag aufs Land um die Geschenke mit Gewand, Schuhen, Spielzeug und Süßigkeiten den Kindern zu überreichen. Davor gab es noch eine gemeinsame Messe und eine nette Tanzaufführung der Kinder – was die Kinder ein bisschen gemein fanden, da beide Seiten (Schenker und Beschenkte) zunehmend aufgeregter wurden → umso schöner war dann der Moment der Übergabe … einfach herrlich diese freudestrahlenden Augen :)

  • Eventgottesdienste gab es natürlich auch so einige.

 

Noch mehr oder weniger interessantes rund um Weihnachten:

 

Weihnachtslieder hab ich hier so viele gehört und gesungen (nur keine bekannten), dass ich jetzt kein deutsches (außer „Stille Nacht“) mehr weiß. Ich schlaf' auch jetzt noch jeden Tag mit einem Weihnachtslied-Ohrwurm ein und wach mit einem anderen wieder auf. ;)

 

Das Weihnachten war, hab ich nach wie vor nicht realisiert, weil es erstens viel zu warm dafür ist, zweitens das bedeutet, dass ich tatsächlich schon 4 Monate da bin (?!), drittens Weihnachten ohne Familie einfach kein wirkliches Weihnachten ist. Trotzdem war es eine wirklich interessante und auch sehr nette Erfahrung, von der ich froh bin sie erlebt haben zu dürfen.

 

Als wir die Schwestern fragten ob sie den Keksausstecher hätten, weil wir gern Weihnachtskekserl machen würden, haben sie uns beinahe ausgelacht „die kaufen wir“ → selbst machen gibt’s hier einfach nicht. Naja wir wollten trotzdem ein Stück Heimat und begaben uns auf Ausstechersuche. Da haben wir auch gleich was gefunden, allerdings leistbare Nüsse für Vanillekipferl zu finden war ein Ding der Unmöglichkeit (ca. 4x so teuer wie bei uns). Darum wurden die einfachsten Keks gemacht – was bei der Küchenausstattung herausfordernd genug war. Bis auf ein paar verbrannte lief es aber im Großen&Ganzen gut ;D (mit Gasherd ohne Temperaturangabe backen ist auch echt nicht sooo einfach).

 

Obwohl es hier keinen Schnee gibt, und für sie auch Blumen weihnachtlicher sind, findet man auf den Geschenksackerln Schneemänner & co. :D

 

Das typische Weihnachtsessen haben sie sich hier von den USA abgeschaut: Truthahn.

 

Weihnachtsbäume sind hier mit Kugeln, Lichtern und Girlanden verhüllt und sind immer aus Plastik.

 

Weihnachtsmärkte“ gibt es, allerdings verkaufen sie hier ausschließlich unbrauchbares unspektakuläres wie Stofftiere - und ja Glühwein, Punsch & co gibt’s leider nicht.

Die Geschenke bringt hier Papa Noel.

 

Adventkränze gibt es – sind allerdings auch aus Plastik und sehen etwas anders aus: um die 4 Kerzen (violett, grün, rosa, weiß) werden ein paar grüne Plastikzweige in Kreisform gelegt.

Den Brauch des Wichtelns gibt es hier auch - nur läuft das etwas spontaner ab: man wichtelt maximal 4 Tage vorher (und wenn man an diesen 4 Tagen arbeitet dann kauft mans halt einfach direkt vorher oder so^^) und muss mindestens 5$ ausgeben. Gewöhnungsbedürftig und stressig, aber war auch mal interessant. ;)

 

Mit Weihnachtsschmuck wird hier eindeutig übertrieben: einfach zu viel und Kitschkitschkitsch mit Glitzer, Glanz & Lichtern – ja obwohl die Schwestern immer auf „Einfachheit“ wert legen, sind sie was Dekoration angeht alles andere als einfach und schlicht. Ecuadorianer lieben es einfach möglichst viele Blinklichter und Moosgummi-Sprüche anzubringen. Aber noch mehr lieben sie Krippen …

das weiße Asterl mit roten Blinklicht und Jesukind in der Mitte war unser Christbaumersatz... ;)
die rote Blume ist Teil der Weihnachtsflussdeko

das Foto mit dem Riesenchaos wo ich dasitz war einer unserer Bastelabende (machten Geschenksboxen mit Kekserl für die Schwestern und unsere Wichtel)

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Fr

27

Dez

2013

Verrückt nach Krippen

 

Auf Krippen wird hier sehr viel wert gelegt. In unserer Schule gab es in jeder Klasse mindestens eine (die „schönsten“ erhielten dann sogar einen Preis) – manche so groß, dass sie uns den Weg zur Tafel versperrten. Diese überdimensionalen Krippen besitzen teils so viel Figuren unterschiedlichster Größe (Kuh=2x so groß wie Josef und Kamel halb so groß wie Kuh; Schafherden mit genmanipulierten Schafriesen als Mitglieder), dass man das Jesukind schon eine Weile suchen muss. Dafür findet man aber in manchen Krippen gleich mehrere Jesukinder, da sich in manchen Krippen wieder andere Krippen „verstecken“.

 

In manchen der Klassen war auch Hausübung eine Krippe zu machen (was bei 4/5jährigen klarerweise einfach Beschäftigungstherapie für die Eltern ist;). Auch ich machte „mit“ einem Mädchen im Nachmittagsprojekt bei der Hausübungsbetreuung eine Krippe – was echt eine zeitaufwendige Challenge war ohne Materialien – aber umso schöner der Moment, als sie fertig war. :)

 

Auch im Oratorium gab es einen Krippenwettbewerb: Jede der 25 Katechismusgruppen bastelte eine Recycling-Krippe. Da waren einige echt richtig cool und kreativ – aus CD's, Nudeln, Flaschen und einfach allem was sie fanden (und manche Schummler auch kauften ;0) entstanden richtige Kunstwerke.

 

Auch in unserer Comunidad stellten wir gemeinsam mit den Schwestern kitschige Krippen mit vielen Lichterketten auf, mit denen zumindest sie Freude hatten. ;)

 

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Mi

27

Nov

2013

"Schizophrene" Infos über das Projekt >Feria Libre< ;)

 

I: Guten Tag Frau Hofer, schön dass sie sich Zeit für ein Interview nehmen.
C: Hola! Überhaupt kein Problem – ich freu mich ja wenn es wen interessiert. Aber bitte nenn' mich doch Carina.

 

I: Ok Carina, dann fangen wir doch gleich an. Du hast mir gesagt du arbeitest am Nachmittag im Projekt „Feria Libre“ - wo befindet sich das Projekt und mit welchen Kindern arbeitest du?
C: Das Projekt befindet sich bei Cuenca's größten Obst-/Gemüse-/Gewand-/Undeinfachalles-Markt, der mit dem Bus eine halbe Stunde von meinem Zuhause entfernt ist. Die Kinder die zu uns kommen sind Verkäufer bei diesem Markt oder auch Schuhputzer. Sie sind zwischen 4 und 17 Jahre alt und viele von ihnen haben es äußerst schwer, da Gewalt oft zum Alltag gehört.

 

I: Wie viel Kinder kommen in das Projekt?
C: Das ist natürlich von Tag zu Tag verschieden, aber im Durchschnitt sind es 170 Kinder zum Mittagessen, von denen dann ca. die Hälfte am Nachmittag zur Hausübungsbetreuung bleibt.

 

I: Du redest hier von Mittagessen und Hausübungsbetreuung – wie läuft der Nachmittag eigentlich ab und was sind dabei deine Aufgaben?
C: Bis 14 Uhr bekommen die Kinder ein stets leckeres Mittagessen, welches aus einer Suppe, einem Hauptgericht mit Salat, welches eigentlich immer Reis beinhaltet und auch „Reis“ genannt wird, und einem Fruchtsaft besteht. Hier helfe ich beim Essen-austeilen, schau' dass die Kinder aufessen und das Geschirr anständig abwaschen und wische die Tische ab (damit sich schnell wieder neue Kinder hinsetzten können – da wir natürlich nicht alle 170 Kinder zu gleich bewirten können).

Wenn keine Kinder mehr nachkommen beginne ich die Tische und Sessel wegzuräumen und auszukehren – hier kann ich des öfteren erkennen welches Gemüse eher unbeliebt war, weil man das glaub ich nicht nur durch reinen Zufall häufiger am Boden findet.

Zwischendurch wird das Blechgeschirr der Kinder geordnet.

Sobald das letzte Kind aufgegessen hat wird die Abwasch gereinigt und Boden geschrubbt, da sich dort jeden Tag eine Drecklacke ansammelt. Danach wird meist in der Küche geholfen Geschirr abtrocknen und wegräumen.

Die Kinder sind in der Zwischenzeit (nach einigen Aufrufen) schon raufgegangen in den ersten Stock, wo Organisatorisches geklärt wird und sie in die Hausübungsgruppen eingeteilt werden. Wenn meine Hände nicht in der Küche gebraucht werden gehe ich so um 15 Uhr zu den Energiebündeln, um ihnen bei der Hausübung zu helfen. Sobald ich niemanden mehr höre der „Carina ayudame!“ (Carina hilf mir!) schreit und kein verzweifeltes Kind mehr sehe, beginne ich die Jause vorzubereiten (energiehaltiges Getränk/ Kochbananen mit Käse/ Tortilla de Yuca/ Obstsalat/ ….) - also in die Becher füllen bzw. auf die Teller aufteilen und einen Sesselkreis aufzustellen. Manchmal gibt es den Moment, wo mich kein Kind mehr braucht aber nicht, und dann übernimmt den Teil mit der Jause einer meiner 2 Mitvolontäre.

Nach der Jause verlassen die Kinder das Projekt und wir Volontäre machen uns an die Arbeit das Geschirr zu waschen, auszukehren, Sessel wegzuräumen und wenn nötig auch aufzuwischen.

 

I: Und das läuft Montag bis Freitag immer gleich ab?

C: Ah gut, dass du fragst. Also eigentlich läuft hier kein Tag gleich ab – das hier war das Paradebeispiel. Mich überrascht eigentlich jeden Tag was neues spontanes, aber ja im Großen und Ganzen schaut Montag bis Donnerstag so aus. Freitag läuft anders ab, da hier keine Hausaufgaben gemacht werden, stattdessen gibt es sogenannte „Organisierte Gruppen“ … haha … organisiert stellt man sich in Österreich anders vor. Die Kinder haben Energie ohne Ende und es ist schwer mit ihnen in der Gruppe zu arbeiten, weil sie einfach nicht auf mich hören und keine Ruhe haben. Ich habe hier eine Gruppe von etwa 20 Kindern von 8-10 Jahren gemeinsam mit meinem ecuadorianischen Mitvolontär. In der Gruppe bekommen sie Katechismusunterricht (da musste ich bis jetzt noch nichts machen) und danach wird gespielt(auch das stellt man sich in Österreich anders vor, aber hier ist generell alles chaotischer).

 

I: Wird Montag bis Donnerstag überhaupt nicht gespielt?
C: In der Gruppe eigentlich nicht, weil dafür leider keine Zeit bleibt, allerdings spielen die Kinder in der Zeit zwischen Essen und Hausübungsbetreuung und zwischen Hausübungsbetreuung und Jause.

 

I: Was spielen sie da? Welche Möglichkeiten gibt es im Projekt?
Am beliebtesten ist unser Airhockeytisch für die Größeren und die Minimotorräder und Spielpferde für die Kleineren – mit denen cruisen sie durch den ganzen COS. Weiters gibt es einen Billardtisch und einige Puzzle und andere Spiele – die alle unvollständig sind, aber trotzdem eifrig verwendet werden. Echt verwundert hat mich als ich einmal mit einer 10-Jährigen ein Puzzle mit 12 Teilen gemacht hab und das für sie echt eine große Herausforderung war ...

 

I: Bietet das Projekt all das gratis an?

C: So gut wie ja. Die Kinder bezahlen 10 Centavos (~8 Cent) für das Mittagessen, für welches man normal mindestens 2$ (also 200 Centavos) bezahlen würde. Zum satt werden reichen sonst in Cuenca keine paar Centavos, da es die teuerste Stadt Ecuadors ist. Die Kids die am Nachmittag da bleiben bezahlen dafür nichts und die Jause ist auch gratis.

 

I: Bekommt ihr ständig neue Kinder?

C: Leider können sich keine neuen Kinder mehr inskribieren, da die Kapazität des Projekts bereits überschritten ist.

 

I: Wie viel Angestellte gibt es im „Feria Libre“?

C: 2 in der Küche – die offiziell bis 16 Uhr arbeiten, allerdings bleibt eine davon fast immer unbezahlt bis 17 Uhr oder sogar 17:30, da es so viel zu tun gibt. Eine, die die Hauptverantwortliche der Hausübungsbetreuung ist. Einer, der mit den Familien der Kinder arbeitet. Mit mir sind wir derzeit 3 Volontäre, allerdings geht der Volontär von Guayaquil im Jänner und das Volontariat des anderen Österreichers endet im Februar. Für das Mittagessen haben wir die Unterstützung von 1-2 deutschen Volontärinnen. Weiters macht dieses Jahr eine Psychologin hier ihr Praktikum um das Studium zu beenden. Beim Hausübung machen helfen manchmal Praktikanten von der Uni.

 

I: Was ist der schönste Moment des Tages?

C: Lustig das du das fragst, denn das hat mich letztens ein Argentinier gefragt den ich kennenlernte und dann hab ich erst realisiert, dass es am Allerschönsten ist, wenn ein Kind nach vielen kreativen Erklärversuchen versteht wie es funktioniert und ich mich gemeinsam mit ihm freuen kann. Richtig motivierend ist auch, wenn ein Kind am Tag darauf mit einem Strahlen im Gesicht zu mir kommt und sagt: „Carina, ich hab 10 von 10 Punkten!!“.

 

I: Möchtest du zum Abschluss noch irgendwas sagen?

C: Danke für das Interesse und ein noch größeres DANKE für alle die mich unterstützen und immer hinter mir und meinem Wunsch ein Volontariat zu machen stehen. Ah und ich hoffe meine Leser halten mich jetzt nicht für völlig verrückt, weil sie das in Interviewform zu lesen bekommen, aber ich find' es halt irgendwie so lustiger und hoff ihr auch. ;-)

P.S.: Für mich ist es schwer zu wissen was interessant ist, also falls was wichtiges fehlt fragts einfach. :)

1. Foto: Küche
2. + 3. Foto: zeigen den Comedor (Essraum)
4. Foto wie es nach dem Putzen nach dem Mittagessen und nach der Jause aussehen muss (lang siehts aber nie so aus - bis die Kinder wieder kommen halt)
7. + 8. Foto: Hausübung machen :)

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Mi

27

Nov

2013

Wie läuft Schule in Ecuador eigentlich ab?

Direktorin der Schwestern gratuliert der Schulsprecherin
Direktorin der Schwestern gratuliert der Schulsprecherin

 

  • Alle tragen Uniformen: die Kleinen, die Großen – ja auch die Lehrer, in privaten sowie öffentlichen Schulen. Die Kinder die es sich leisten können haben 2 oder sogar 3 – fast alle Kinder des Nachmittagsprojektes (Feria Libre) haben eine dreckige mit Löchern.
    Die Mädls tragen Röcke, Blusen und schwarze Schuhe. Die Uniform der Burschen ähnelt einem Anzug (auch von den Schuhen her; manche hab ich auch schon mit Krawatte gesichtet). Für die Tage mit Sportunterricht gibt es eigene Uniformen und dazu sind andere Schuhe vorgeschrieben (meist weiß).
  • Die Frisuren der Mädchen bewundere ich immer wieder – auch an ganz normalen Schultagen haben sie oft Ball-taugliche Frisuren.

  • Kurze Pausen gibt es nicht – eine Stunde nach der anderen und dafür gibt es aber eine größere Pause (offiziell 30min, oft aber länger) in der absolut alle raus in den großen Hof müssen. Diejenigen die keine Jause mithaben, haben eine riesige Auswahl an billigem aber sehr gutem Essen. Viele vergessen auch ganz aufs Essen, weil der Spielplatz einfach zu verlockend ist – hier wird oft um die Schaukeln gestritten und somit darf ich da öfter Streit schlichten (letztens hat eine 4-jährige eine 7-jährige geschlagen, weil sie unbedingt zur Schaukel wollte).

    In den Pausen wird außerdem sehr eifrig Basketball gespielt (einige sind richtigrichtig gut und spielen mich ordentlich aus, weil sie in Basketballteams sind) – manchmal fast zu eifrig, da trotz 9 Basketballkörben oft 2 oder 3 Teams gleichzeitig auf den gleichen Korb spielen. (d.h.: Dank der Uniform hab ich dann endgütig keine Ahnung mehr zu wem ich spielen darf und zu wem nicht (ist auch schon schwer zwischen den Teams zu unterscheiden, weil sie genau wissen wie schwer es für mich ist und dann einfach alle „Carinaaa!!“ rufen)) – Naja immerhin haben wir so oft was zu lachen. ;)) Besonders lustig ist, wenn eine der Schwestern mitspielt – und ich muss zugeben: sie sind echt nicht schlecht (ich mein mit dem Laufen und der Schnelligkeit haben sie es nicht so, darum sind sie aber im Körbe werfen umso besser). :D
    Aja übrigens haben nicht alle zugleich Pause – schließlich gibt es nur 9 Schaukeln ;-P. (zuerst haben 1.-5. Schulstufe und danach 6.-10. Schulstufe)
    Wie wir uns in den Pausen mit den Kids beschäftigen ist uns überlassen, ob es nur Schaukel antauchen, Streit schlichten, Kinder beim Klettergerüst auffangen, einfach mit den Kindern plaudern und spielen oder doch ihnen Freundschaftsbänder knüpfen, Diabolo spielen, Jonglieren oder mit Flowersticks Kunststücke beizubringen sind.

  • In der Pause gibt es für die Kinder auch die Möglichkeit in der Kirche zu beten. Dieser Part wird von der Schwester beaufsichtigt, die schon 88 Jahre alt ist und die wir liebevoll, aber heimlich aufgrund ihrer herzlichen Art „Granny“ nennen. Manchmal erzählt uns „Granny“ dann auch das ein Kind geweint hat, aufgrund Alkoholikern oder sonstigen Problemen innerhalb der Familie.

  • Eine Schulstunde dauert eigentlich nur 40min, aber wie alles hier in Ecuador ist auch das nicht soo genau.

  • An unserer Schule gibt es jeden Donnerstagmorgen eine Messe zu der alle (bis auf die Allerkleinsten [4-5 J.]) gehen. Diese Gottesdienste gefallen mir am besten, da sie sehr lebendig sind, einiges von den Schülerinnen gestaltet wird und natürlich weil viiiel und begeistert gesungen wird (viele der Lieder mit Mini-Choreografie).

  • Montagmorgens stellen sich alle 900 Schülerinnen in Reih und Glied auf dem Schulhof auf um die Bundeshymne und die Schulhymne (ja gibt’s hier wirklich!) zu singen. Oft gibt es auch Sonderevents, bei denen ich leider eher selten den Durchblick hab'.

  • Freitags in der letzten Stunde gibt es wieder einen Sonderevent: Bailo terapia für alle. Bailo terapia ist hier sehr „in“ und vergleichbar mit Zumba – also sich einfach mit Freude zur Musik bewegen (so dass auch Muskelkater am nächsten Tag durchaus möglich ist). :)

  • Schulsprecherwahl war hier ein äußerst interessantes Spektakel. Es gab 2 Listen bzw. Parteien zu je 10 Mitgliedern, die an gewissen Tagen die Pausen als Wahlwerbung nutzen durften. Da kam dann ein leichtes Partyfeeling im Schulhof auf, da es laute Musik gab und die Parteimitglieder animierten die Kleinen oder malten ihnen Katzenschnurrhaare ins Gesicht um sie auf ihre Seite zu gewinnen (was auch funktionierte). Es wurden auch Zettel mit einem netten Comic und „Lista 1/2“ vom 1. Stock in den Pausenhof geworfen, die alle mit Freude gefangen und gesammelt haben → allerdings haben nicht alle verstanden was das eigentlich ist, denn als ich eine 5-jährige fragte was denn das sei, bekam ich die begeisterte Antwort: „Das sind Zettel die ich meiner Mama zeigen kann!“. :)
    Hier komm ich nun auch zum Fragens-würdigen Teil der Schulsprecherwahl: auch die Kleinsten (4 Jahre) – die noch keine Ahnung haben um was es geht und viele deshalb auch einfach 2 oder kein Kreuz auf den Wahlzettel schrieben – wählen durften.
    Bei der Wahl selbst waren wieder alle 900 Mädchen im Hof versammelt und jede Klasse hatte ihren eigenen „Wahlstuhl“ (wie anonym das war ist sicher fraglich) und eine „Wahlurne“. Zu der Wahl musste auch ihr Schulausweis mitgenommen werden.

  • Auch das Notensystem ist hier komplett anders. Es gibt 10 Punkte - dabei werden aber auch 0.25 vergeben (also z.B.: 9.75). Ab 6 abwärts wird es problematisch. In jedem Fach gibt es 5 Kategorien, in denen es Punkte zu holen gibt (z.B.: Teamfähigkeit/Verhalten in der Klasse, Hausübung, Prüfungen) – von diesen Kategorien ergibt der Mittelwert die Endnote.
    Die Kids werden 8 Mal im Jahr benotet (d.h.: es gibt in jedem Fach 8 Überprüfungen) – hierfür gibt es immer eine „Reúnion“, vergleichbar mit einem Elternsprechtag, wo die Schüler ein Zeugnis bekommen.

 

1. Foto: Montagmorgen
2. + 3. Foto: Donnerstagsgottesdienst (Foto von letzter Woche: Ecuadorianer legen zwar generell sehr viel Wert auf viel Dekoration für Messen, aber hier war Tag der Schulpatronin (Teresa Valse) und darum extra viel Blumen & co. Übrigens: die hübschen Moosgummibuchstaben waren unser nächtliches Werk...)

 

unten ein paar Pausenfotos :D

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Mo

11

Nov

2013

Action und Feiern wohin man auch schaut ;)

Fiestas de Cuenca

Märkte am Fluss
Märkte am Fluss

Letztes Wochenende ging es ordentlich rund in Cuenca, da „Fiestas de Cuenca“ (Tag der Unabhängigkeit) zugleich mit Halloween, Tag des Wappens (da gab es dann selbstverständlich wieder eine spezielle Zeremonie), Allerheiligen und Allerseelen stattfanden. Von ganz Ecuador und teils sogar von den Nachbarsländern kamen Leute um sich dieses Spektakel anzuschauen oder auch um ihre selbstgemachten Kunststücke zu verkaufen.

 

Die Tage davor wurde schon alles vorbereitet: Unmengen von Gras gemäht, geputzt, Holz neu gestrichen, viiiel aufgebaut und so noch so einiges mehr...
Von 1-3. November ging es dann richtig los: auf allen Plätzen und in allen Parks (und davon hat Cuenca viiiele) gab es die verschiedensten Veranstaltungen wie Konzerte (mitunter mit berühmten Ecuadorianern), traditionelle Tanzaufführungen, unglaublich viel Essensstände, Wettbewerbe (der Hund der seinem Herrl am ähnlichsten schaut gewinnt oder Sackhüpfen), Vergnügungsparks, viele unglaublich tolle Märkte – alles handgemacht in Ecuador, Peru oder Kolumbien aus Holz, Metall, Ton, Glas, Verpackungen, PC-Festplatten, Leder, Alpakawolle u.v.m..

 

Ich hab sogar durch Zufall ein schamanisches Ritual beobachten können, fand es zwar interessant aber vor allem äußerst verrückt.

 

Direkt an der Straße von meinem Daheim fand auch ein mächtiger Militärumzug statt mit Panzer, Musikkapelle, unglaublich vielen Soldaten und alles was halt dazu gehört.

 

Auch Abends fanden Konzerte statt – direkt da wo ich wohne waren auch 2 und so konnte ich mich fast nicht durch die Menschenmenge quetschen um rechtzeitig zu Hause zu sein. Gegen Mitternacht gab es sogar ein Feuerwerk. Straßenkünstler bekam ich außerdem auch tolle zu Gesicht.

 

Randbemerkung: Zu Allerheiligen isst man hier übrigens Weißbrot in Puppenform mit Zuckerdeko und trinkt dazu „Colada Morada“ (dickflüssiges warmes Früchtegetränk – beides ziemlich ungesund aber echt gut ;)

Zu dem Foto mit der Einheimischen die etwas brät - sie brät das (vorallem für Cuenca) typische "Cuy", also Meerschweinchen (angeblich sehr sehr lecker..).

25 Jahre PACES

Ausgerechnet an diesem außergewöhnlichen Wochenende wurde auch 25 Jahre PACES in Cuenca gefeiert, weshalb sich Freitag (wo ich natürlich schon Pläne für das gesamte Wochenende hatte) herausstellte, dass das mein Sonntagsplan sein sollte.. Eigentlich sollte ich mit „Uniform“ auftauchen – blöd nur, dass ich noch keine bekommen hab (abermals ecuadorianische Stressfreiheit). Ich dachte mir mich erwarten vielleicht 2-3 Ansprachen und danach wird gegessen – darum war ich wie immer eher mehr praktisch als schön angezogen. Neinnein, die Festlichkeit fand in nichts geringerem als dem Regierungsraum Cuencas statt mit hunderten von Leuten (alle „pipifein“ hergerichtet und die Frauen natürlich mit 2 Tuben Make-Up im Gesicht und auf Hochhaushighheels) – darunter auch der Vizepräsident Ecuadors. Zum Geschehen führte ein roter Teppich - tja ich kann euch sagen: da hab ich ordentlich blöd geschaut.. ;)

 

Die ganzen Ansprachen waren eigentlich relativ uninteressant für mich – außer die und das Lied unserer Kids natürlich nicht :D
Etwas eigenartig, aber wahrscheinlich läufts eh immer so, fand ich, dass wir – die die mit den Kindern arbeiten – nicht im Regierungsraum waren sondern davor und alles über Liveübertragung beobachtet haben. Die die darin waren, waren einfach „wichtige Leute“ die bestimmt noch nie eine PACES-Einrichtung von innen gesehen haben..

 

Zu diesem Fest war es natürlich nicht möglich alle Kinder einzuladen (wären wahrscheinlich an die 300) – darum wurden die Kinder ausgewählt, die besonders hart und viel arbeiten. Von diesen wurden auch die Familien zu einem Festmahl eingeladen.

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Mo

11

Nov

2013

Vorname Vorname Nachname Nachname

Wie ihr sicher wisst schaut das mit den Namen nicht überall so aus wie bei uns: In Ecuador funktioniert es so, dass absolut jeder 2 Vornamen und 2 Nachnamen hat (was meiner Meinung nach schon recht umständlich ist). Bei den Nachnamen ist der erste Nachname des Vaters und der zweite von der Mutter.
Im Allgemeinen sind eher wenige Vornamen wirklich eigenartig oder schwer auszusprechen – viele gibt es auch bei uns oder in Amerika. Das heißt Namen wie Brithany, Allison, Jackson oder Justin sind hier sogar recht häufig – allerdings werden sie nicht Englisch ausgesprochen sondern Spanisch (also genau so wie man es liest) → hört sich rcht lustig an :)

Wenn ich in der Schule einen Doppelnamen (manche werden mit beiden angesprochen) nicht weiß dann probier' ich es mal mit „Maria Paz“ (=Maria Frieden) - da liegt man schon ein paar mal richtig.

Den lustigsten Doppelnamen find' ich ist bis jetzt „Milagros Auxiliadora“, das heißt nämlich auf Deutsch „Wunder Helfende“. ;)

Spitznamen bekommt man hier einfach ohne gefragt zu werden – so nennen mich viele „Kari“ (Carina schreibt man hier mit K..) und meine Kollegin Anna, wird meist „Anita“ (= Verniedlichungsform von Ana) genannt – was uns beide eher weniger freut. Aber immerhin ist das noch besser als ständig (auch von Arbeitskollegen) nur „Suca“ genannt zu werden – das bedeutet nämlich einfach nur „Weiße“. ;) Das meinen sie aber nicht böse oder rassistisch – sagen sie auch zu hellhäutigen Ecuadorianern, aber irgendwie hört man dann halt doch lieber seinen Namen.

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Mi

06

Nov

2013

Eine etwas fordernde Woche ...

da schläft man dann wenigstens richtig gut und überrall ;)
da schläft man dann wenigstens richtig gut und überrall ;)

Freizeit gab's die vorletzte Woche nicht wirklich, weil es einfach immer was zu tun gab und deshalb auch unser freier Tag gestrichen wurde.

Unsere erste Arbeit bestand darin aus (ziemlich hässlichen) rosa Moosgummi (aus Moosgummi machen sie hier ALLES..) Buchstaben im Riesenformat auszuschneiden um den Spruch „Casa donde crece humildad, alegria y sencillez“ (Haus, wo Demut, Freude und Einfachheit wächst) zu bilden. Der Spruch sollte dann für die Ankunft der Chefin aller Salesianerschwestern Ecuadors aufgehängt werden – dazu kam es aber nie, da die Lehrer der Schule genau so rießengroß in Neonfarben auf Schwarz „Bienvenida Sor Beatriz“ vorbereitet haben – tja um sonst bis Mitternacht daran gesessen...

Das nächste größere Projekt war dann 20 Kartonschachteln (für jede Klasse eine, weil es unmöglich ist die Klassen nach und nach abzugehen) mit (Weihnachts-)Geschenkspapier (also eigentlich mussten wir hauptsächlich Geschenkssackerl zerschneiden und draufkleben – das heißt auf einer Schachtel waren dann bis zu 6 verschiedene Muster. Mein Favorit war für die 7. Klasse das Babypapier mit Flascherl und Schnuller.) verpacken. → Verpacken deshalb weil es ja „Geschenke für den Papst“ sind laut Schwester L. Die Geschenke für den Papst sind aber eigentlich die Spenden für den Weltmissionssonntag (ihr denkt euch bestimmt „aber der war ja schon längst“ - tja ecuadorianische Pünktlichkeit eben..). Das Verpacken war für mich echt alles andere als lustig, denn die die mich kennen wissen dass ich aus ökologischen Gründen bevorzuge Geschenke in Zeitung einzuwickeln – und ja ihr könnt mir glauben, das sieht immer noch weit besser aus als das was wir hier fabrizieren mussten. Als Draufgabe wurde extra viel Klebeband verwendet und die Boxen mit extra viel Papstbildern und Flyer aus dem Jahr 2007 „verschönert“. Tja ich bin neugierig wie die Schülerinnen auf die superhübschen Weihnachtsgeschenksboxen reagieren und ich hoff sooo, dass keiner sagt dass wir die gemacht haben. ;)
Abends wurde manchmal mit den Schwestern geprobt (wir hatten ein Lied für die Oberschwester vorbereitet – hörte sich furchtbar an – da nur eine Schwester von uns 8 wirklich singen kann). War aber echt lustig :)). Meistens half ich allerdings in der Küche bis 22 oder 23 Uhr, weil unsere arme Köchin Rosi (22 Jahre, sehrsehr lieb und fleißig) für vieleviele Leute „Colada Morada“ (süßes warmes Früchtegetränk, typisch für Allerheiligen) zubereiten musste. Für dieses Getränk wurden Unmengen von Erdbeeren, Brombeeren und Beeren die aussehen wie Heidelbeeren aber noch viiiiel kleiner sind geputzt und geschnitten werden. Das war eine „zache“ Arbeit das kann ich euch sagen, aber am Freitag kam der Höhepunkt: Weintrauben – juhu dachte ich mir: „Nur entkernen – das ham ma gleich!“ Neinnein, die Weintrauben mussten auch geschält werden... Für eine Weintraube brauchten wir deshalb im Schnitt eineinhalb Minuten – tja und es waren dann doch ein paar...

Samstag fand ein Treffen von 45 Salesianerschwestern in unserem Zuhause statt. Um 6 Uhr morgens begrüßte uns wunderschönes Wetter, doch als wir die Küche betraten begrüßte uns Rosi nicht wie immer mit einem fröhlichen „Buenas dias! Como estas?“ sondern saß weinend am Tisch. Ich dachte mir sie ist so verzweifelt, weil ihr die ganze Arbeit einfach zu viel geworden ist und tröstete sie deshalb mit „Komm, wir machen das gemeinsam – das schaffen wir schon.“. Da hab ich aber ziemlich die falschen Worte getroffen, da der Grund der Tränen der Tod einer unserer Schwestern war... Diese Schwester litt schon lange an Krebs und war in unseren ersten Wochen im Krankenhaus aufgrund einer Operation. Die Zeit die sie hier verbrachte konnte sie das Bett leider nie wirklich verlassen und brauchte quasi eine 24h-Pflege (auch das war Rosi's Aufgabe..). Sie hatte wirklich starke Schmerzen, denn bei jeder noch so kleinen Bewegung stöhnte sie und ein Lächeln kam ihr nie über die Lippen. Lebenswille konnte sie auch nicht mehr wirklich aufbringen und vielleicht wartete sie genau den Zeitpunkt ab, als so viele Schwestern da waren – wer weiß... Die Stimmung war mehr als nur betrübt und ich hatte keine Ahnung was ich tun sollte... Offene Arme für eine tröstende Umarmung waren das Einzige was ich bieten konnte, aber ich glaub in solchen Momenten braucht man vielleicht gerade das und nicht irgendwelche Worte. Was mir persönlich sehr half war, das ich davon überzeugt bin, dass es ihr jetzt besser geht.

Am Tag war unsere Aufgabe einfach alles was angefallen ist: in der Küche helfen, Zeug hin und her tragen, Tisch decken, putzen, Geschirr abwaschen, … Fad war uns auf alle Fälle nicht. ;)

Am Abend wurde gebetet für Sor Rosario (heißt übrigens übersetzt: Schwester Rosenkranz) und eine Messe fand auch statt (bis 22 Uhr). Der teils offene Sarg befand sich, umgeben von vielen Blumen, in der Mitte der Kirche. Während wir beteten bekamen die Schwestern die traurige Nachricht, dass soeben die Cousine der Verstorbenen und Mutter einer Schwester die aufgrund des Treffens gerade bei uns war ebenfalls von uns ging...

Sonntags gaben wir am Vormittag Englischunterricht im Oratorium, nahmen an der Messe mit den Kindern teil und begaben uns direkt danach aufs Begräbnis (übrigens kleiden sich auch hier alle schwarz – bis auf die Schwestern, die bleiben wie gewohnt weiß). Zum Friedhof wurde mit Autos und Bussen gefahren (Trauermarsch gibt es hier in Cuenca nicht – in Guayaquil aber angeblich schon). Der Friedhof ist unglaublich groß und allein hätte ich mich sicher verlaufen. Die Gräber befinden sich hier in der Mauer und während am Friedhof gebetet wird wird der Sarg eingemauert.
Am Nachmittag wollten wir einfach nur mehr Ruhe, welche uns auch die Schwestern gönnten, und schlenderten zum Fluss, wo wir sofort eingeschlafen sind.

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Mi

16

Okt

2013

10 Gründe warum ich ein GLÜCKSPILZ bin

 

  1. Ich hab' die tollste Familie und die besten Freunde, die ich mir nur vorstellen kann (das wird einem erst so richtig bewusst, wenn man sie ein paar Wochen nicht gesehen hat... Und auch wenn es mir hier sehr gut geht und ich mein Leben genieße möchte ich euch hier trotzdem sagen, dass ich euch und das kleine, schöne und ruhige Hartberg schon hin&wieder vermisse..)

  2. Ich hab' die einmalige Möglichkeit und das Glück dieses Volontariat hier machen zu können. An dieser Stelle ein großesgroßes D A N K E an all meine finanziellen Unterstützer, aber genauso an meine psychischen Stützen! :-)

  3. Ich bin in einer wohlhabenden, friedlichen und ungefährlichen Umgebung geboren & aufgewachsen. (..wenn man einmal darüber nachdenkt und sich in der Welt umsieht, ist das so ziemlich das größte Glück überhaupt!)

  4. In meinem gesamten Leben musste ich nie erfahren was Hunger bedeutet und bestes Trinkwasser aus der Leitung war stets eine Selbstverständlichkeit.

  5. Als Kinderarbeit betrachtete ich Apfelklauben oder Holzarbeiten (nehmt das jetzt nicht 100% ernst sondern schmunzelt..) und nicht auf der Straße Schuhe putzen oder alles mögliche verkaufen und dazu auswendig den ganzen Tag das gleiche runterreden... und das anstatt zur Schule zu gehen.

  6. Ich wurde gerade eben (als ich das schrieb – raufgeladen wird’s ja dann doch immer wann anders) in der 10 Stunden – Busfahrt von Quito nach Cuenca das erste Mal beraubt und zwar völlig gewaltlos (erwähnenswert, weil die Überfalle von denen mir erzählt wurde immer mit Pistole am Kopf abliefen) und nur meine alte Sonnenbrille (mit der der Dieb sicher keine Freude haben wird^^) und nicht Kamera, iPod oder Geld (Handy hab ich ohnehin nicht). :-)

  7. Richtig dreckig war ich eventuell auf Lagern oder zum Spaß beim Blödsinn machen, aber es war nie Alltag.

  8. Das Streiten mit meinem Bruder war das einzige, wo ich vielleicht annähernd ein bisschen Gewalt zu spüren bekam … das sieht hier sowas von anders aus.

  9. Mein ganzes Leben war stets geprägt von Sicherheit: Sicherheit auf den Straßen (Moped/Motorrad-fahren maximal zu Zweit und mit Helm, im Auto hat jeder einen eigenen Sitz mit Gurt, …), finanzielle Sicherheit, familiäre Sicherheit – einfach Sicherheit in und bei ALLEM.

  10. Ich war zwar immer gesund (ich glaub über alle 3 Wochen einmal Fieber und Dauerschnupfen hätt' ich mich echt nie beschweren dürfen) – aber seit ich hier bin, bin ich ein wahres Gesundheitspaket, was keine Probleme mit dem Essen hat, enorme Höhen (bis zu 4700m) mit Bravour meistert und nicht mal Schnupfen hat! :D

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Mi

16

Okt

2013

Volontärstreffen

Von 28.-29.9 fand in Santo Domingo ein Salesianer-Volontärstreffen statt. (Ui, das ist ja auch schon wieder mehr als 2 Wochen her – wie die Zeit vergeht :O)

Randbemerkung: Wir selbst erfuhren am Donnerstag Nachmittag, dass wir am Freitag Abend wegfahren – nur damit ihr eine Vorstellung von ecuadorianischer Zeitplanung habt. ;)
Nach 8-10h Busfahrt kamen wir in Santo Domingo an und da dies in der Küstenregion (bedeutet aber nicht am Meer gelegen!) liegt sieht hier das Klima und die Landschaft wieder ganz anders aus als in den Anden: schwül, heiß und viiiiiel grün. Mit einem Taxi wollten wir dann zur Unterkunft – die Freude, dass der Fahrer meinte, klar, er weiß schon wo das ist verflog schnell als er uns wo rausließ, damit wir fragen können ob wir richtig sind (waren wir nicht) und dann einfach davon fuhr. Naja halb so schlimm, wir habens dann auch zu Fuß geschafft. ;)

In einem Haus der Salesianer trafen wir dann auf Freiwillige aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien, Holland, USA und natürlich viele Ecuadorianer (allerdings gibt es bei den nationalen Volontären ausschließlich Männer). So viele verschiedene Leute kennenlernen war einfach toll und sehr interessant!

Aber das Treffen war ja nicht nur zum Conections-knüpfen → Salesianer und Educadores (schwer zu übersetzen – aber man kann sich die ca. wie Sozialarbeiter in Straßenkinderprojekten vorstellen) hatten sich einiges an Programm für uns überlegt, wie: Präventivpädagogik Don Boscos, Motivation Volontär zu sein, Hürden & Schwierigkeiten auf die man im Volontariat so trifft (tut gut zu hören, dass auch andere mit der Geduld zu kämpfen haben), Gottesdienst, System der Salesianer in Ecuador, und wahrscheinlich noch so einiges was mir gerade nicht einfällt.

Damit wir zwischendurch wieder munter wurden gab es viele lustige, spanische Energizer, von denen ich hoffentlich noch den einen oder anderen lernen werde. :)

Am Abend wurde mitunter getanzt (juhuu da freut sich die Carina;) und ausklingen ließen wir den Abend dann gemütlich um ein Lagerfeuer mit einem Ecuadorianer vs. Deutschsprachige Singbattle (Ich wechselte mental schnell auf die Seite der Ecuadorianer, da wir da unmöglich mithalten konnten;).

Vor der Abfahrt hatten wir noch kurz die Gelegenheit uns abzukühlen. Hier war ganz interessant, dass ein 21-jähriger Educador sehr beeindruckt von meinen „Schwimmkünsten“ war und mich bat ihm das zu lernen (aber das war ihm nicht unangenehm, da nicht-schwimmen-können hier nicht so eine Seltenheit ist wie bei uns) – was er leider zu schnell aufgab, weil er Hahnenkampf lustiger fand. ;-)

Bei der Busfahrt zurück nach Cuenca mussten wir zwischendurch einmal alle aussteigen, weil Polizisten uns auf Drogen und Waffen kontrollierten (wobei das Taschen abtasten mit Sicherheit nichts gebracht hat...). Unmittelbar danach fuhr unser Bus auf einmal nur mehr sehrsehr langsam und als das Busvolk dann bemerkte, dass der Grund kein funktionierendes Licht mitten in der Nacht bei unbeleuchteten Straßen war, kam es zu dezenter Hysterie – solang bis wir anhielten und eine Weile auf einen anderen Bus warteten. Die Wartezeit kam meinen Mitvolontär bestimmt noch länger vor, da dieser einfach von einer der Insassen einen etwa 5-jährigen Bub, der im Tiefschlaf war, in den Arm gedrückt bekommen hat – interessant fand ich, dass sie tiefstes Vertrauen hatte und nie nach dem Kleinen sah.

Mit wieder ein paar neuen Erfahrungen und Eindrücken im Gepäck kamen wir dann müde, aber gut wieder in Cuenca an. :-)

 

(4. Foto: meine Volokollegen von Cuenca mit rechts 2 Educadores und links unten einem Salesianer)

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So

06

Okt

2013

PACES

Tja was ist das? Paces ist der Überbegriff für die 4 „Straßenkinderprojekte“ Cuencas, von denen ich 2 kennenlernen (9 de Octubre + Feria Libre) durfte und in einem – Feria Libre – das ganze Jahr über arbeiten werde.

Das Grundschema vom Paces ist folgendes: Die Kinder bekommen für 10c/Tag (in $ - sprich in EUR noch weniger) ausreichend ausgewogene Ernährung (Suppe, leckeren Fruchtsaft, Salat, Gericht mit Reis und Jause) und können, wenn sie wollen, zur Hausübungsbetreuung, zum Lernen oder zum Spielen da bleiben.

Die Kids (5-16 Jahre) sind aber soweit ich bis jetzt mitbekommen habe keine Straßenkinder (da es in dieser Großstadt glaub ich keine gibt), sondern Kinder aus ärmlichen Verhältnissen, zu deren Alltag oftmals Gewalt zählt und Zuwendung leider eher weniger. Einige der Kinder sind „niños trabajadores“ also arbeitende Kinder – meistens verkaufen sie auf der Straße oder auf den Märkten irgendetwas oder putzen Schuhe. Viele tragen jeden Tag das selbe schmutzige Gewand und machen generell einen ungepflegten Eindruck. Sie brauchen alle viel Liebe, Geduld, Aufmerksamkeit und Zuneigung. Im Großen und Ganzen sind sie sehrsehr lieb und einige laufen uns zur Begrüßung mit einem Grinsen und offenen Armen entgegen. :))

9 de octubre

(in Deutsch: 9. Oktober – ziemlich interessanter Name für so ein Projekt denkt ihr euch bestimmt … aber in Ecuador haben auch viele Straßen ein Datum als Name)

Zum Mittagessen kommen etwa 60 Kinder, von denen etwa 50 zur Hausübungsbetreuung bleiben.

Die Aufgabe der 3 Volontäre (ein Ecuadorianer, 2 Österreicher) ist hier beim Mittagessen zu helfen – d.h.: Austeilen, Schauen dass aufgegessen und weggeräumt wird, Tische (+angepatzte Sessel) wischen und wegräumen und Auskehren (da schaut's immer recht lustig aus..).

Danach geht’s an das Hausübung machen: Obwohl nie alle Hilfe brauchen (wäre unmöglich) hört man trotzdem von zu vielen Kinder zu gleich „Ayudameee!!!!“ (=Hilf mir!!) - besonders von den Jüngeren, die teils die Angabe ihrer HÜ noch nicht lesen können. Man merkt schnell, dass im Endeffekt immer die gleichen Kinder Hilfe brauchen, da einige von ihnen enorme Lernlücken aufweisen.

Von einem Mädchen mit dem ich ein paar Mal gearbeitet habe möchte ich euch erzählen: Sie ist 9 Jahre alt und geht in die 5. Klasse, wobei ich keine Ahnung habe wie sie es so weit geschafft hat, da sie nicht wirklich lesen kann und die Wörter so falsch und verdreht schreibt, dass man sie nicht mehr erkennt → So haben wir für 7 extra-kurze und einfache Sätze eine Dreiviertelstunde gebraucht... Leider tut sie sich auch mit Zahlen nicht leichter: 1009+1 ist für sie eine große Herausforderung. Das Traurige ist, dass sie mittlerweile selbst schon ihre beinahe aussichtslose Situation wahrgenommen hat und somit einfach nur deprimiert ist und die HÜ nicht mehr machen will, wobei sie aber wenn sie sich bemüht und man sehr viel Zeit, Geduld und Kreativität im Erklären aufweist schon Fortschritte macht und dann ist es einfach sehrsehr schön sich gemeinsam mit ihr zu freuen. Ich weiß nicht ob die Ursache für diese Lernschwäche darin liegt, dass die Eltern nicht mit ihr lernen, weil sie nicht wollen oder weil sie es selbst nicht besser wissen...

Die Kinder in diesem Projekt sind zum Großteil schreiende Energiebündel (weshalb der Lärmpegel enorm ist), denen haufenweise Blödsinn einfällt, die liebend gerne andere vom Lernen abhalten und zumindest auf mich nicht wirklich hören. Dazu wieder ein kleines Beispiel: Während dem Hausübung machen mit einer 6-Jährigen stört ständig ein gleichaltriger Bub und stiehlt uns den Uhu (um alles zu beschmieren) und die ausgeschnittenen Dinge und beschmutzt das Heft meiner kleinen Hausübungskollegin. Als ich ihn später sehe wie er mit weißem Korrekturstift Tisch und Sessel beschmutzt und ich ihm so ruhig wie möglich erkläre, dass er das nicht machen darf, macht er zuerst genauso gelassen weiter und da ich nicht aufgab drehte er sich einfach weg und hielt sich die Ohren zu... Naja er kann's mir ja auch nicht zu einfach machen. ;)

Kleine Randbemerkung: Über die Sinnhaftigkeit von so mancher Hausübung wage ich das eine oder andere Mal zu zweifeln... Keiner kann mir erzählen, dass in Einerschritten die Zahlen 900-1500 aufzuschreiben zu mehr führt außer zu einem unmotiviertem Kind...

Während der Hausübungsbetreuung sprechen und arbeiten jeden Tag andere Kids mit der Psychologin des Projektes – einige weinen dabei.

Nachdem die meisten der Kinder mit den Hausaufgaben fertig sind und schon ein Zeiterl topmotiviert am herumtoben sind, wird gebetet und sie bekommen eine Jause, die meist aus irgendeinem energiereichen Getränk und einer anderen Kleinigkeit besteht (immer lecker:). Beim Austeilen der Jause helfen uns immer ein paar ältere der Gruppe.
Gleich darauf wird mit den Kindern, die an dem Tag schlimm waren, Geschirr abgewaschen – und wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt sind das meistens die selben die liebend gern abhauen, mit Wasser herumspritzen oder einfach nicht weitertun. Ein paar andere Kids kehren einen der Räume aus und stellen die Sessel zusammen und der Rest macht sich auf dem Heimweg.
Für die Volontäre war's das aber noch nicht: jetzt wird noch geputzt, sprich immer alles ausgekehrt und manchmal auch gewischt (kommt auf die Motivation&Zeit an – sonst wird das von den 2 Burschen die Vormittags schon in diesem Projekt arbeiten am nächsten Tag erledigt) und tja auch das Klo schreit jeden Tag nach Putzen … man glaubt gar nicht wie viel Schmutz und Dreck da an einem Tag so zusammenkommt.
Von diesem Projekt werdet ihr wahrscheinlich nichts mehr hören, da ich nur zum Kennenlernen dort war und ab jetzt im „Feria Libre“ arbeite – von dem ich euch ein anderes mal erzählen werde. :)

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Fr

27

Sep

2013

¿„Profe“ oder doch lieber Kindergartentante?

Pause :))
Pause :))

Vormittags geben Anna und ich in der Mädchenschule der Schwestern, die direkt nebenan ist, Unterricht.

 

Allerdings fühl' ich mich doch eher wie eine Kindergartentante (obwohl die Schüler mich eigenartigerweise „Profe“ oder „Teacher“ rufen), da wir zwischen 30 und 50 5-6 Jährigen Turnunterricht geben (das heißt eigentlich: bewegen und spielen). Mhmm... schon viele oder? Und dann noch so jung?

Tja die Kombination – oder besser gesagt jegliches Spiel - ist somit eine rechte Herausforderung und Geduldsprobe. „Katz und Maus“ funktioniert noch am besten, da öffnet sich nur manchmal der Kreis und nur äußerst selten haut ein Kind ab. ;)

Einer unserer ersten Versuche, bei dem der Gorilla die Prinzessin fängt endet mit lauter enttäuschten Kindergesichtern und verzweifelnden Volontären, da keiner der Affe sein will – sondern alle Prinzessin (an das hätten wir denken müssen – zeigt es sich doch deutlichst auf all ihren rosa Schulartikeln). Ein anderes Spiel, an dass wir Optimisten uns wagten war „Drache“: einfaches Prinzip, dachten wir uns... eine Kinderschlange wo der Erste (Drachenkopf) den Letzten (Drachenschwanz) fängt. Nach 10maligem Betonen, dass das Wichtigste sei die Hände nie loszulassen starteten wir: es liefen ca. 10 Minigruppen verwirrt, aber begeistert durch die Gegend und keiner weiß so wirklich was&wie. „Gut“, dachten wir uns „das bedeutet komplettes umdenken“. Und so erklärten wir das nächste „Spiel“, welches einfach nur eine Handhaltend-in-einer-Reihe-laufen-Übung ist (aber psst.. dass wissen unsere Schützlinge nicht;) noch in der Klasse, wo uns alle relativ aufmerksam zuhörten. Wir wiederholten und wiederholten, zeichneten auf die Tafel und ließen sie selbst erklären und TATATATAAAAAA die Mehrheit hat's dann nach ein bisschen Übung richtig gemacht und hatte beim in 6er-Gruppen um die Wette laufen sogar richtig Spaß. ;D

 

Ganz generell laufen sie gerne einfach in alle Richtungen – einige klettern aufs Fußballtor (was sie selbstverständlich nicht dürfen), andere turnen bei der Basketballstange herum und die Unmotivierten, die einfach nichts spielen wollen, gerade streiten oder denen irgendwas „weh“ tut (imaginäre Schmerzen versteht sich) sitzen einfach auf der Bank.Schaut nach Chaos aus und ist zur Zeit auch eines - aber ich bin fest überzeugt, dass sich das noch bessert! :)

Ziemlich gut funktionieren tun allerdings Tanz-Lieder – wovon wir leider bis jetzt nur 2 auf Spanisch kennen und so heißt es entweder: viel Spaß beim Übersetzten oder Kreativität an und selbst was neues ausdenken – auf das freu' ich mich schon. :D

 

Äußerst interessant war auch als wir eine Turnstunde der 5-jährigen beobachteten und diese sich fast die ganze Stunde kichernd der Herausforderung stellten, auf den Linien des Basketballfeldes einfach nur zu gehen.

 

Nebenbei bemerkt: Unsere erste Stunde hatten wir völlig spontan und somit unvorbereitet und auch keine Ahnung was sie können oder dürfen. So ließen wir natürlich die Kleinen auf die Toilette gehen, wieso auch nicht? – Allerdings freute ihre Lehrerin das wenig: „Sie dürfen nur allein auf's Klo, weil sie so gerne gehen...“ Tja, ein wenig außergewöhnliche Hobbys haben die Kleinen schon … ;)

 

Wir basteln auch mit den Kindern oder helfen dort aus wo wir gerade als Unterstützung gebraucht werden – und bei den vielen Zwergerln ist eine oder 4 helfende Hände natürlich immer „most wanted“.

 

Ob das alles so bleibt oder nicht wird sich noch zeigen. Mich würde es schon sehr freuen, könnte ich ein wenig ältere unterrichten, da mit ihnen einfach viel mehr möglich wäre...

 

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So

15

Sep

2013

Amüsante Fragen der Kinder an uns

 

  • Seid ihr Schwestern?“

  • Eure Haare sind gefärbt oder?“

  • Bist du Sofie?“ (Da die Volontärin des letzten Jahres auch blondes Haar hatte;)

    „Woher seit ihr?“ - Wir: „Österreich“ - Sie: „Ah, und wie ist das Wetter in Australien?“

  • Was ist das typische Essen bei euch in Italien?“

  • Hast du viel Geld?“ (mich würde interessieren was die Eltern ihnen so erzählen..)

  • Wie viel kosten deine Schuhe?“ (weil meine Mitvolontärin Converse anhatte)

  • Hast du einen Freund?“ (ganz aktuelles Thema bei den 12-jährigen;)

  • Willst du ein zweites Ohrloch?“ (Mädchen läuft mit Nadel und Apfel herum um das gleich sofort zu erledigen)

  • Hast du 10 Cent für mich?“

  • Wie alt seit ihr?“ - Wir: „18“ - Sie: „Und schon sooo groß?“

  • Dir ist kalt oder?“ - Bejahung – Sie: „Sieht man gleich, dass ihr nicht von hier seit – seit noch nicht an das Klima gewöhnt.“

  • Trägst du Kontaktlinsen?“ - Antwort: „Nein.“ - Sie: „Wirklich nicht??“

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So

15

Sep

2013

Schulbeginn – definitiv nicht wie in Hartberg ;-)

Dekoration, welche die Kinder willkommen heißt
Dekoration, welche die Kinder willkommen heißt

Wir werden in einer Mädchenschule mit 900 Schülern unterrichten, welche unter der Leitung der Don Bosco Schwestern ist (die jüngste der Schwestern ist Direktorin) und sich direkt neben unserem Zuhause auf dem selben Gelände befindet.

Am Dienstag dem 3. September hieß es wir sollen zur Schuleröffnung kommen: Wir sitzen vor etwa 300 Mädchen – 8. bis 10. Klasse (d.h. pro Klasse etwa 50 Schüler), in roter Uniform mit schwarzen Schuhen und hübschem dunklem Haar, welche in Reih und Glied äußerst diszipliniert in den Klassengruppen vor uns stehen und uns anstarren und belächeln. Bei vielen Ansprachen wird nicht getratscht und bei der ecuadorianischen Bundeshymne (die übrigens sehr schön ist), Gebeten und einem Don Bosco – Schullied singen ausnahmslos alle mit. So eine Disziplin findet man bei uns wahrscheinlich nur beim Bundesheer, wenn überhaupt … ;)

Am darauffolgenden Tag fand die Schuleröffnung der 4. - 7. Schulstufe statt – fast genauso diszipliniert.

Die Eröffnung für die Kleinsten – 1. bis 3. – fand am Donnerstag statt und hier merkte man zum Glück gleich, dass sie eben noch jünger und aufgrund dessen auch sehr unkoordiniert und leicht abzulenken sind (und sein dürfen). Dass einzige Mal, wo sie wirklich alle aufmerksam zum Mikrofon starrten war als Anna und ich uns selbst vorstellten – danach brachten wir noch alle zum Schmunzeln, als wir uns zugegebenermaßen etwas unseriös verhielten und über die Bank kletterten – upps … ;-)

Die ersten Schultage waren vor allem als Eingewöhnung zu sehen – besonders für die Kleinsten, von denen auch einige ein paar Tränchen vergossen.

Wir verbringen die Pausen – jeweils eine halbe Stunde für die Kleineren und danach eine halbe Stunde für die Größeren – mit den Kindern am Pausenhof. Hier wird geplaudert und gespielt (Abfangen, Versteinerte Hexe, Kartenspiele und und und ..).

Meine erste wirkliche Begegnung mit einem neuen Schulmädchen aus der 2. Klassen werde ich wohl nie vergessen: Am ersten Schultag kommt sie traurig zu Anna und mir und erzählt: „Ich habe keine Freunde.“ (auf Spanisch natürlich) – meine einfache Antwort „Aber du hast ja uns.“ wurde sofort mit einer herzlichen Umarmung und einem glücklichen Lächeln belohnt. :)) Die Kinder hier umarmen generell sehr gerne, denn als ich einmal ein Mädchen, das sich weh tat und weinte, tröstete und in den Arm nahm wurde ich gleich darauf von weiteren 3 Kindern umarmt – ich glaub, weil sie einfach auch gern eine Umarmung wollten. :)

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Di

10

Sep

2013

Mein neues Zuhause

Ich lebe hier gemeinsam mit meiner Mitvolontärin, Anna Taucher aus Wien, und 6 Nonnen – gemeinsam sind wir eine Familie, sagen sie immer. ;-) Zu dieser Familie gehört auch ein Hund, namens Bobbi, der sich immer sehr über Streicheleinheiten freut und uns liebend gern von der Arbeit abhält indem er uns, wenn wir am Wäsche waschen/aufhängen/abnehmen sind, mit der Pfote anstupst und somit dreckig macht. :)
Anna und ich teilen uns ein Zimmer, welches alles notwendige beinhaltet: 2 Betten (die Ecuadorianer sind im großen und ganzen ein eher kleinwüchsiges Volk, weshalb das Bett mit alternativen „Lattenrost“ nur 1,80m lang ist – siehe Foto ;), 2 Miniaturschreibtische + Sessel, Kleiderschrank, 2 Nachtkasterl, 2 Regale für unser sonstiges Zeug (Schulmaterialien etc.) und ein Bad mit Dusche, Klo und Miniwaschbecken (ziemlich zum Bücken, da es auch nach ecuadorianischen Maßstäben gebaut ist;).

Aber eigentlich spielt sich alles im Haus der Schwestern ab (unser Zimmer ist im Nebenhaus mit VIP-Eingang in die Kirche;): hier ist die Kapelle, in der sehr sehr oft gebetet wird, der Raum für die „Reúniones“ - so Art Besprechungen, die Küche, der Essensraum, der Waschhof, die Schlafräume der Schwestern und ein Raum mit vielen religiösen Büchern und einem Computer. Übrigens haben wir auch nur dort in ein paar wenigen Räumen Internet (welches aber nicht immer das verlässlichste ist).
Direkt nebenan ist die Schule, mit großem Pausenhof und Sport- und Spielplatz (den wir natürlich auch hin und wieder nützen:) in der wir unterrichten werden. (werden, da der Unterricht erst gestern wirklich begonnen hat und sie uns noch Zeit zum eingewöhnen und vor allem zum Spanisch-lernen geben). Derzeit sind wir halt in den Pausen bei den Mädls, plaudern und spielen mit ihnen – was seeehr viel Spaß macht, da die Kids einfach zum lieb-haben sind. :)))

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Di

10

Sep

2013

cuencanisches Wetter ;)

Dass man hier an einem Tag alle Jahreszeiten erlebt ist kein Gerücht und vor allem am Anfang ziemlich anstrengend …
Am Morgen lauf ich meistens mit 5 Schichten herum, weil es sehr sehr kalt ist – das ändert sich aber blitzartig, wenn die Sonne zum Vorschein kommt. Dann heißt es 4 Schichten ablegen, diese aber mit sich herum tragen, denn wenn sich Wolken vor die Sonne schieben wird es schnell wieder recht frisch oder man wird von einem spontanen Regen überrascht, der hier zum Alltag gehört und genau so schnell wie er beginnt auch wieder vorbei ist. :-)
Gegen Abend wird es zunehmend kälter und in der Nacht sind wieder möglichst viele Schichten (trotz 3 Decken) gefragt, gleiches gilt für jegliches Gebäude, da man in Ecuador generell keine Heizung findet.
Zum Glück haben wir genug Gewand mit - aber falls uns wirklich mal zu kalt werden sollte gibt’s hier genug Pullis, Ponchos und Westen aus kuschelig-warmer Alpakawolle bei faszinierenden, kunterbunten Märkten. :D

dieses und ...
dieses und ...
... dieses Foto entstand zugleich vom selben Standpunkt aus ;O
... dieses Foto entstand zugleich vom selben Standpunkt aus ;O
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Do

05

Sep

2013

Sprachprobleme

 Leider erkannte ich schnell, dass mir meine Spanischmatura für die Praxis leider doch nicht so viel bringt wie erwartet oder besser gesagt: erhofft. Solange die Gesprächspartner sich bemühen schön und langsam zu sprechen geht’s meistens, aber naja das ist halt nicht immer der Fall … aber wenn man's locker nimmt, kann das auch ziemlich lustig sein. ;-)

Allerdings taten wir uns in Quito noch um einiges leichter als hier in Cuenca – vor allem mit den Schwestern ist es „etwas“ schwierig, aber sie sind da sehr verständnisvoll und deshalb enden nicht-mögliche-Konversationen meistens im gemeinschaftlichen Gelächter. =) Sie machen auch gern Witze – die echt lustig sind, vorausgesetzt wir verstehen sie – auch über uns. ;-)
Und seit gestern gibt uns eine von den 6 Schwestern (die angeblich auch Professorin ist) Spanischunterricht – war recht lustig, da sie es mit meinem deutschen Spanischgrammatikbuch versucht und bei Artikel und Nomen begonnen hat. =)

 

… pero ¡buenos dias!

Ganz generell und egal wo: uns grüßen die Leute immer äußerst freundlich – teils wird’s auch daran liegen, dass hier weißhäutige „Blonde“ (auch braun gilt hier als Blond) eine Rarität sind.

 

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Do

05

Sep

2013

Verkehr in Quito

  • definitiv nicht wie bei uns
  • chaotisch
  • es gibt sehrsehr viele Landrover (oder wie man diese Geländeautos auch immer nennt) – wenn man einmal mitgefahren ist weiß man auch wieso … die Kombination schnelles Fahren + wilde Schlaglöcher und „Langsamfahr-Hürden“ ist so nur halb so schlimm ;)
  • diese Landrover eignen sich auch hervorragend um möglichst viele Menschen zu transportieren – auch dreijährige Kinder spazieren bei 50km/h darauf herum (offiziell ist es allerdings verboten)
  • es gibt hier einige Autos die bei uns sicher kein Pickerl mehr bekommen würden, aber genauso Reiche die sich ziemlich „protzige“ Autos leisten (Reich und Arm lebt hier nah beieinander)
  • Stau gibt's hier so gut wie immer
  • die Luftverschmutzung ist hier enorm aufgrund der vielen Autos und der schwarzen Abgase der Busse (stinkt auch dementsprechend)
  • Stop-Tafeln gibt’s rein theoretisch 
  • Rote Ampeln werden meistens beachtet
  • hupen zählt zu den Hobbys – so wie bei uns spazieren (auch wir werden liebend gern angehupt)
  • zu Sechst auf der Rückbank = überhaupt kein Problem
  • Mopedfahren oder Radfahren funktioniert auch gut zu dritt ;-)
  • Mopedhelme sind manchmal recht alternativ oder auch gar nicht vorhanden
  • große, entzündbare Gasflaschen werden hier äußerst interessant transportiert: auf mehr kaputten als funktionierenden Fahrrädern mit Anhänger oder schlecht befestigt auf LKW's (siehe Foto)
  • verkehrte/keine Nummertafeln sind hier anscheinend auch nicht so das Problem
  • Anschnallen tut man sich erst nachdem man schon 5x bei einem Polizisten vorbeigefahren ist (vorausgesetzt es gibt Gurte - beim Taxi hatten wir keine)
  • ganz generell: Verkehrsregeln sind nicht so IN wie bei uns :P 
Gasflaschentransport auf die ökonomische Weise ;-)
Gasflaschentransport auf die ökonomische Weise ;-)
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Mi

04

Sep

2013

Endlich los-starten: Die ersten Tage

Am 29.8 in aller Früh hab ich mich nun mit einem weinenden (Abschied nehmen für ein Jahr ist weit schwerer als man es sich vorstellt) und einem lachenden, gespannten Auge auf meine einjährige Reise begeben. Den 14h langen Flug von Wien über Amsterdam und schließlich nach Quito haben Anna, meine Volo-Kollegin, und ich gut überstanden.

Die ersten Tage verbrachten wir in Quito bei Salesianern. Dort wurde uns so einiges gezeigt: ein Video über Straßenkinder, ein Straßenkinderprojekt (wo wir zur Abwechslung mal Deutsch sprechen konnten, da dort ein deutscher Volontär tätig ist:), aber auch die Stadt, welche einfach faszinierend und riesig ist. Die Gebäude, Plätze und besonders die vielen Kirchen sind wunderschön – vor allem bei nächtlicher Beleuchtung ist es einfach atemberaubend.

 

Schnell – nachdem wir 2-3mal eine Stunde sitzen gelassen wurden - wurde uns auch klar, dass Pünktlichkeit hier ein Fremdwort ist. Allerdings freuen sie sich, dass wir so pünktlich sind. :-)

 

Da Quito auf 2600-2800m liegt war das wahrscheinlich nicht der optimalste Ort sich an die Höhe zu gewöhnen, aber eigentlich ging es und geht es uns sehr gut damit – kein Kopfweh und keine Kreislaufprobleme, nur schnelle Erschöpfung bei geringer Anstrengung.

 

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Kontodaten: Jugend eine Welt

    PSK: 60 000

    KtNr.: 92.083.767

    Verwendungszweck: Volontariatseinsatz Hofer Carina

(Spenden sind steuerlich absetzbar)

 

Danke! :-)

 

 

FRAGEN?

Wenn ihr konkrete Fragen habt (vielleicht eine Bloganregung für mich - weiß ja nicht was ihr alles gerne wissen würdet) oder einfach ein bisschen mit mir "plaudern" wollt könnt ihr mir gerne eine E-mail schreiben. Ich freu mich immer über österreichische Nachrichten! :) (..allerdings warne ich gleich im vorhinein: ich bin nicht immer die Schnellste was antworten angeht - bemüh mich aber:)

email: hofer_carina@gmx.at

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